Bezahlbare Wohnungen für alle!

26.11.2015

Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen stellt neue Grundsatzerklärung vor


Das Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen, das von der Diakonie Bremen unterstützt wird,
hat heute vertreten durch Joachim Barloschky, Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen, und Manfred Meyer, Landesdiakoniepastor und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen e.V., die neue Grundsatzerklärung des Bündnisses vorgestellt. Darin geht es um neue Positionen und Forderungen, die sich auf die aktuelle Wohn-Situation in Bremen beziehen.

Die soziale Schieflage sei in Bremen schon seit langer Zeit gewachsen, betroffen seien viele, so Joachim Barloschky. Die einzelnen Gruppen, wie zum Beispiel Studierende, Alleinlebende und Flüchtlinge, werden in der neuen Grundsatzerklärung aufgeführt. Das Aktionsbündnis setzt sich daher für mehr bezahlbaren Wohnraum für alle ein.
Auch Manfred Meyer betonte, dass „alle“ hier ein weites Spektrum abdeckt. Von Obdachlosen auf der Straße bis zu älteren Menschen, die Probleme haben, ihre Wohnung zu behalten, weil die Mieten immer weiter steigen. „Es muss mehr geschehen“, so Meyer. Es sei zwar erfreulich, dass die Diskussion in Politik und Öffentlichkeit, auch durch das große Engagement des Aktionsbündnisses, geführt wird, doch bedauere er, dass das notwendige Tempo bei der Umsetzung nicht erreicht wird. Es werde nun schließlich kalt auf der Straße und in den Zelten. „Eine menschenwürdige Unterkunft ist für alle Obdachlosen - also obdachlose Bremerinnen und Bremer sowie Flüchtlinge – eine dringende Notwendigkeit. Bezahlbaren Wohnraum sicherzustellen ist eine gesellschaftliche Verantwortung.“ Denn: Das Menschenrecht auf Wohnen gilt für alle.
Neben der Grundsatzerklärung stellte Joachim Barloschky auch konkrete Forderungen des Aktionsbündnisses vor. Es sollten endlich „alle Gelder zusammengenommen“ werden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dringend sei ein zusätzliches kommunales Wohnungsbauprogramm aufzuerlegen, das über die im stadteigenen Besitz befindliche Gewoba abgewickelt wird. Im Rahmen dieses Wohnungsbauprogramms sollten schnellstmöglich 5.000 Wohnungen gebaut werden. Und auch der Leerstand öffentlicher und privater Gebäude sollte, so Barloschky, bekämpft werden. So gäbe es ein entsprechendes System in Frankreich, bei dem viele Kommunen die Möglichkeit haben, nach einjährigem Leerstand Gebäude zu beschlagnahmen.

Beteiligte des Aktionsbündnisses berichteten von ihren eigenen Erfahrungen und von ihnen bekannten leerstehenden Gebäuden, die man für die Unterbringung von obdachlosen Bremern und obdachlosen Flüchtlingen nutzen könnte. Eine Betroffene berichtete auch von dem Problem der 25-Prozent-Quote, die in ihren Augen „Augenwischerei“ sei. „Der soziale Wohnungsbau mit der 25-Prozent-Quote muss fortgesetzt werden. Aber es reicht bei weitem nicht. Zumal die 6,10-50 € pro Quadratmeter Nettokaltmiete für viele nicht bezahlbar ist“, so Barloschky.

Das Aktionsbündnis trifft sich auch weiterhin immer am ersten Montag im Monat um 17 Uhr im Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstraße 34, um sich auch zukünftig engagiert für mehr bezahlbaren Wohnraum für alle einzusetzen.