Bilanz der Diakonie Katastrophenhilfe um Jahrestag des Erdbebens in Nepal

26.04.2016

Anlässlich des Jahrestags des schweren Erdbebens in Nepal zieht die Diakonie Katastrophenhilfe eine gemischte Bilanz.

 Bislang konnte die Organisation mehr als 7,3 Millionen Euro für die Opfer des Bebens bereitstellen. „Mit Unterstützung der vielen Spenden aus Deutschland und unseren Partnerorganisationen vor Ort konnten wir schnelle und nachhaltige Hilfe leisten und über 460.000 Menschen mit Lebensmitteln, Saatgut, Planen und Baumaterial versorgen“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Jetzt geht es darum, gemeinsam mit den Menschen in Nepal zerstörte Infrastruktur wiederaufzubauen und für künftige Katastrophen vorzusorgen. Das ist ein langwieriger Prozess, bei dem wir auch auf die Unterstützung der nepalesischen Regierung angewiesen sind.“

Mehr als 600.000 Häuser wurden bei den Beben am 25. April und 12. Mai 2015 zerstört. Trümmerberge und Ruinen prägen auch nach einem Jahr das Bild in vielen Dörfern. Zehntausende Menschen leben noch in behelfsmäßigen Unterkünften. „Der Wiederaufbau läuft schleppend“, erklärt Michael Frischmuth, Kontinentalleiter Asien der Diakonie Katastrophenhilfe. „Die Herausforderungen sind immens. Viele Wege waren insbesondere in den Wintermonaten unpassierbar, abgelegene Hochgebirgsdörfer nur mit Hubschrauber oder Maultieren zu erreichen.“ Außerdem seien die bürokratischen Hürden hoch. Jedes Bauprojekt, müsse von der staatlichen Wiederaufbaubehörde bewilligt werden. „Das sollte im Idealfall sicherstellen, dass wirklich erdbebensicher gebaut wird. Für die Menschen bedeutet es aber sehr lange Wartezeiten, da die Behörde erst im Januar dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen hat. Wir hoffen, dass nun keine weiteren Hürden den Wiederaufbau verzögern. “

Bis 2017 sollen mit Hilfe der Diakonie Katastrophenhilfe und ihrer Partnerorganisation aus dem weltweiten Netzwerk der ACT Alliance, dem Lutherischen Weltbund, allein im Distrikt Kavrepalanchok 300 neue Häuser für rund 1.700 Menschen entstehen. Im Distrikt Lalitpur sind weitere 120 Häuser für bedürftige Familien geplant. Neben dem Hausbau wird die zerstörte Wasserversorgung in 14 Gemeinden wiederhergestellt. Mehr als 4.000 Menschen erhalten so Zugang zu sauberem Wasser. „Zusätzlich führen unsere Partner Hygiene-Schulungen durch und bauen Schullatrinen für rund 3.500 Schulkinder und ihre Lehrer“, so Michael Frischmuth.

Insgesamt hat die Diakonie Katastrophenhilfe in zwölf Regionen des Landes in den ersten Wochen nach dem Beben Lebensmittel, Hygieneartikel, Decken und Planen an rund 400.000 Menschen verteilt. Mit der Ausgabe von Wellblech und Baumaterial konnten 50.000 Familien ihre Häuser reparieren oder wetterfeste Unterkünfte bauen. Viele Kleinbauern verloren durch das Beben ihre Ernte. Damit sie noch rechtzeitig während der Regenzeit im Sommer aussäen konnten, gaben Partner der Diakonie Katastrophenhilfe an rund 13.000 Familien Saatgut sowie landwirtschaftliches Gerät aus und stellten somit sicher, das sich die Menschen schnell wieder selbst versorgen konnten.