"Bremen ist bunt! Wir leben Vielfalt!"

21.01.2015

Manfred Meyer, Landesdiakoniepfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen, hat für die Diakonie Bremen den Aufruf "Für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft – Bremen tut was" unterzeichnet.

Die Diakonie Bremen ruft gemeinsam mit mehr als 50 Repräsentantinnen und Repräsentanten der Bremer Gesellschaft dazu auf, sich am Montag, 26, Januar 2015, ab 17 Uhr auf dem Bremer Marktplatz auf einer Kundgebung für ein buntes und tolerantes Bremen einzusetzen.

Unter dem Motto „Bremen ist bunt! Wir leben Vielfalt!“ stellen sich Initiativen mündlich, szenisch und musikalisch vor. Sie zeigen auf diese Weise, wie Integration und friedliches Zusammenleben verschiedener Menschen, Religionen und Kulturen gelingt.

Mehr auch auf der Website: www.bremen.de/bremen-tut-was

 

Aufruf: Für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft – Bremen tut was

Wir stehen für eine weltoffene Stadt. Deshalb kämpfen wir entschieden gegen antisemitische, islamfeindliche und fremdenfeindliche Tendenzen und Parolen in unserer Gesellschaft. Damit dieses weltoffene Bremen jeden Tag Realität sein kann, müssen wir ohne Vorbehalte und Ängste aufeinander zugehen, miteinander reden, einander zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wir setzen auf ein friedliches Miteinander aller Menschen in unserer Stadt und bieten deshalb intensiv den Dialog zwischen allen Kulturen, Religionen und Weltanschauungen an.

In Bremen leben weit über fünfhunderttausend Menschen. Die einen sind hier geboren, die anderen im Lauf ihres Lebens hergezogen. Etwa jeder vierte hat nicht-deutsche Wurzeln. Die Bremerinnen und Bremer kommen aus allen Teilen Deutschlands und der Welt, sie haben unterschiedliche Interessen, Weltbilder, Träume, Lebensplanungen und Vorstellungen vom Leben, Partnerschaft und Familie, sie sind konfessionslos, christlich, muslimisch, jüdisch oder eines anderen Glaubens, sie sind jung oder alt – sie sind verschieden. Eins haben sie gemeinsam – sie sind alle Menschen! Menschen mit dem gleichen, unveräußerlichen Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit, ohne dabei andere in ihrer Freiheit zu beschränken.

Bremen braucht Zuwanderung. Gerade eine so stark mit dem Welthandel verbundene Hafenstadt wie Bremen muss weltoffen und tolerant bleiben. Zuwanderung ist mehr Bereicherung als Last, sie brachte und bringt neues Wissen, frische Ideen, Arbeitskraft und wirtschaftliche Dynamik in die Stadt.

Derzeit suchen immer mehr Menschen Schutz vor Krieg, Verfolgung, Elend und Terror, auch in Bremen. Ihre Aufnahme und Integration ist eine Verpflichtung, die sich aus der deutschen Geschichte und der UN-Flüchtlingskonvention ableitet. Sie ist für uns auch ein Gebot der Humanität. Wer aus seiner Heimat flieht, hat gute Gründe.

Wir setzen auf Integration von Anfang an, wenn es darum geht, Flüchtlinge aufzunehmen, die auf absehbare Zeit oder für immer in Deutschland bleiben werden. Natürlich ist es eine Herausforderung für jede Stadtgesellschaft, eine große Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern aufzunehmen, ihnen das Ankommen zu erleichtern und ihnen eine Lebensperspektive zu geben. Integration ist kein Selbstläufer, Integration bedeutet Anstrengung von allen. In Bremen sorgen viele Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtteilen dafür, dass das Wort "Willkommenskultur" keine leere Worthülse ist. Wir rufen alle Bremerinnen und Bremer auf, den vielen positiven Beispielen zu folgen.

 

Die Unterzeichnenden:

Ismail Baser (Vorsitzender Schura Bremen); René Benkenstein (1. Vorsitzender Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Bremen); Bürgermeister Jens Böhrnsen; Renke Brahms (Schriftführer Bremische Evangelische Kirche); Dr. Thomas vom Bruch (Stv. Vorsitzender Fraktion der CDU in der Bremischen Bürgerschaft); Berthold Brunsen (Geschäftsführer Radio Bremen Media); Libuse Cerna (1. Vorsitzende Bremer Rat für Integration); Anette Düring (Vorsitzende DGB Region Bremen-Elbe-Weser); Dr. Matthias Fonger (1. Syndicus Handelskammer Bremen); Dr. Matthias Güldner (Vorsitzender Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft;) Marita Hanke (Stv. Medienbeauftragte SV Werder Bremen); Silke Harth (Migrations- und Integrationsbeauftragte); Dr. Hubertus Hess-Grunewald (Präsident SV Werder Bremen); Elke Heyduck (Geschäftsführerin Arbeitnehmerkammer Bremen); Prof. Dr. Klaus Hübotter (Ehrenbürger); Prof. Dr. Michael Hülsmann (Managing Director Jacobs University Bremen); Sabine Kaempfer (Projektleitung CVJM); Mehmet Karabacak (Stv. Vorsitzender Landesverband der islamischen Religionsgemeinschaften Niedersachsen und Bremen / DITIB); Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu (Konrektorin Universität Bremen); Arnold Knigge (Vorstandssprecher Landesarbeitsgemeinschft der Freien Wohlfahrtspflege); Bürgermeister a.D. Hans Koschnick; Ingo Kramer (Präsident Die Unternehmensverbände im Lande Bremen); Jan-Gerd Kröger (Präses Handwerkskammer Bremen); Rainer Kuhn (Bezirksgeschäftsführer ver.di); Willi Lemke (Mitglied des Aufsichtsrates SV Werder Bremen); Eva-Maria Lemke-Schulte (Präsidentin AWO Kreisverbandes Hansestadt Bremen); Bürgermeisterin Karoline Linnert; Prof. Dr. Karin Luckey (Rektorin Hochschule Bremen); Manfred Meyer (Geschäftsführer, Landespfarrer Diakonisches Werk Bremen); Alexander Mißfeldt (Sprecher Juso Hochschulgruppe HS Bremen); Karoline Müller (Geschäftsführerin Landessportbund Bremen); Cornelius Neumann-Redlin (Hauptgeschäftsführer Die Unternehmensverbände im Lande Bremen); Elvira Noa (Vorsitzende Jüdische Gemeinde Bremen); Uwe A. Nullmeyer (Geschäftsführender Vorstand Uni-Freunde); Akin Özgenc (Bevollmächtigter für die Gemeinden in Bremen – Verband der islamischen Kulturzentren); Dr. Grigori Pantijelew (Jüdische Gemeinde Bremen); Bernd Panzer (Vizepräsident Landessportbund Bremen); Bürgermeister a.D. Henning Scherf; Björn Tschöpe (Vorsitzender Fraktion der SPD in der Bremischen Bürgerschaft); Kristina Vogt (Vorsitzende Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft); Tim Voss (Referent DGB Bremen-Elbe-Weser); Edith Wangenheim (Sprecherin Beirätekonferenz Bremen); Christian Weber (Präsident der Bremischen Bürgerschaft); Bürgermeister a.D. Klaus Wedemeier