Bündnis gegen Wohnungsnot fordert Investitionen in Altimmobilien

01.04.2013

Das Bremer "Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot" setzt sich dafür ein, nicht nur durch neue Sozialwohnungen gegen den Mangel an bezahlbaren Mietraum vorzugehen.

Auch durch Investitionen in bestehende Immobilien müsse das Problem angepackt werden, sagte der Sprecher des Bündnisses, Joachim Barloschky, am Dienstag nach einem Bündnistreffen beim Diakonischen Werk dem epd. Auf diese Weise müsse Menschen geholfen werden, die in dringend sanierungsbedürftigen Wohnungen lebten, die als Spekulationsobjekte aufgekauft worden seien und nun verrotteten.

Der Senat brauche eine Strategie, wie er mit Immobilienzockern umgehe, forderte Barloschky, der lange als Quartiersmanager in einem sozialen Brennpunkt gearbeitet hat. Im "Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot"
engagieren sich Betroffene genauso wie Vertreter aus Kirche und Gesellschaft. Die Initiative ist am Bremer "Bündnis für Wohnen"
beteiligt, das Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Bausenator Joachim Lohse (Grüne) ins Leben gerufen haben.

Im Bündnis solle nicht nur über neuen Wohnraum geredet werden, sondern auch über Investitionen in den Bestand, kündigte Böhrnsen im Oktober an.
Manche Behausungen seien schlicht keine ordentlichen Wohnungen. "Und auch mit denen wird zum Teil unverschämt viel Geld verdient."

Das Land Bremen hatte kürzlich ein Darlehensprogramm in Höhe von knapp
40 Millionen Euro für öffentlich geförderte Sozialwohnungen aufgelegt.
In Bremen wurden zudem 30 Bauflächen für rund 3.700 neue Wohnungen vorgestellt.

In einer Wohnungsbaukonzeption des Landes wird der Bedarf an neuen Wohnungen mit 14.000 Einheiten bis zum Jahr 2020 beziffert. Wie dabei ausreichend Wohnraum für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen entstehen kann, soll das Senatsbündnis ermitteln. Weitere Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit Wohnraum für sozial besonders benachteiligte Menschen wie Obdachlose und mit kostengünstigem Bauen und Wohnen für den Mittelstand.

(epd)