Diakonie Bremen fordert deutliche Weiterentwicklung des sozialen Wohnungsbaus

25.09.2015

Das Diakonische Werk Bremen, Unterstützer des „Aktionsbündnisses Menschenrecht auf Wohnen“, fordert eine deutliche Weiterentwicklung des sozialen Wohnungsbaus. „Die 25 Prozent-Regelung, die zur Intensivierung des sozialen Wohnungsbaus sowie der Stärkung des sozialen Zusammenhalts in den Quartieren und der Stadt führen sollte, reicht bei weitem nicht mehr aus“, betont Manfred Meyer, Landesdiakoniepfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen e.V. Trotz aller Bemühungen sind bezahlbare Wohnungen in Bremen zur Mangelware geworden. Die eigene Wohnung ist neben der Arbeit sowie der sozialen, kulturellen und politischen Teilhabe eine Grundvoraussetzung für ein menschenwürdiges Leben.

Das Land Bremen kommt mit der steigenden Aufnahme von Flüchtlingen einer globalen Herausforderung mit großen Anstrengungen und enormer Leistungsfähigkeit nach. Damit die Herausforderung nach zusätzlichen Wohnungen langfristig zu einer Chance für Bremen werden kann, muss der soziale Wohnungsbau vom Senat noch stärker in den Blick genommen werden. Nicht zuletzt der 2. Armut- und Reichtumsbericht des Senats weist die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung des sozialen Wohnungsbaus in Bremen auf.   „Unser neuer Bürgermeister sollte dieses Thema zur Chefsache erklären“, so Meyer. Schließlich lebt fast jeder vierte Einwohner im Land Bremen in Armut – das besagt zumindest die Armutsquote 2013 mit 24,6 %. Für diese Bevölkerungsgruppe und für viele Flüchtlinge, die in Bremen Heimat suchen, benötigen wir mehr bezahlbaren Wohnungsraum.

Das Diakonische Werk Bremen unterstützt die Forderungen aus dem „Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen“, nach denen die Stadt Bremen einen Ankauf von Belegrechten vornehmen soll. Ferner soll kein Verkauf von öffentlichen Grundstücken an „zweifelhafte“ Investoren stattfinden. Vielmehr sollen solche Flächen für gezielte Wohnbaumaßnahmen (öffentliches Bremer Wohnungsbauprogramm) entsprechend sozialpolitischer Ziele und unter Förderung von genossenschaftlichen Initiativen, die auch kostengünstiges Bauen umsetzen wollen, genutzt werden. Orientieren könnte man sich an der Stadt Dortmund, die ein Konzept zur Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge entwickelt hat und diese Wohnungen auch langfristig für den sozialen Wohnungsmarkt vorhalten kann.

"Wir engagieren uns gemeinsam mit dem Aktionsbündnis für eine bessere und soziale Wohnungspolitik in Bremen, so dass jeder seinen Anspruch auf eine angemessene, menschenwürdige und bezahlbare Wohnung einlösen kann“, so Meyer. Prognosen gingen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 weitere 14.000 Wohneinheiten fehlen werden beziehungsweise neu geschaffen werden müssten. Durch die große Zahl der Flüchtlinge, die in Bremen eine Unterkunft benötigen, steigt dieser Bedarf erheblich an. So verstärkt sich der Verdrängungswettbewerb unter den Wohnungssuchenden, bei dem dann besonders Menschen mit sozialen Schwierigkeiten und Unterstützungsbedarfen die Verlierer sind.

„Zu einer Willkommenskultur, und noch viel wichtiger einer Willkommensstruktur, gehört unbedingt eine menschenwürdige Unterkunft“, betont Meyer. Dies sicherzustellen – für Flüchtlinge und auch für Bremerinnen und Bremer - sei eine gesellschaftliche Verantwortung. Die Politik sollte die 25 Prozent-Quote daher überdenken und prüfen, ob diese noch den aktuellen Anforderungen und Bedürfnissen entspricht.