Diakonie setzt sich für die Armutsprävention für alleinerziehende Frauen ein

07.03.2018

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März beklagt die Diakonie Bremen das hohe Armutsrisiko für alleinerziehende Frauen

„Die Unterstützung von Alleinerziehenden und somit der Kampf gegen Kinderarmut muss höchste Priorität haben“, betont der Vorstand des Diakonischen Werks Bremen, Landesdiakoniepastor Manfred Meyer. Die Diakonie Bremen fordert daher eine Kindergrundsicherung für jedes Kind in Höhe von 573 Euro pro Kind und Monat, die das bestehende Versorgungssystem aus Kindergeld, Kinderfreibeträgen, Kinderzuschlag und Hartz-IV-Regelsätzen ersetzen soll. „Teilhabechancen benachteiligter Kinder könnten so verbessert werden“, erläutert der Landesdiakoniepastor die Bedeutung dieses Vorschlags. 

Die Zahl der Frauen, bei denen Einkommen und Sozialleistungen nicht ausreichen, um Armut und zu verhindern, wird zunehmend größer. Besonders betroffen sind  alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern. „Die Politik muss dringend die sozialen Leistungen auf ein existenzsicherndes Niveau heben und gemeinsam mit der Wirtschaft Stellen schaffen, die alleinerziehende Frauen antreten können“, so Meyer. Dabei sei neben der Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten auch die Flexibilisierung der Arbeit gerade für Alleinerziehende besonders wichtig.

Auch sei es wichtig, so Meyer, den Bedarf an Qualifizierung zu erfüllen. Bildung wird zunehmend als Schlüssel gegen dauernde Armut erkannt. Der konsequente Ausbau des Bildungssystems und der Qualifizierungsmöglichkeiten – gerade auch für Alleinerziehende – ist laut Meyer ein wichtiger Eckpfeiler, um den (Wieder-)Einstieg in den Beruf zu ermöglichen.

Meyer fordert außerdem im Namen der Diakonie Bremen verstärkte Anstrengungen im Bereich von Bildung und Erziehung, insbesondere eine bessere personelle Ausstattung von Schulen mit Lehrkräften und Sozialpädagog*innen. Um frühzeitig der Armut vorzubeugen sei es wichtig, dass möglichst viele Mädchen die Möglichkeit haben, einen qualifizierten Schulabschluss zu machen, um eine Ausbildung zu absolvieren und in einen Beruf einzusteigen. 

„Integration in einer bunten Gesellschaft muss gestaltet und nicht nur diskutiert werden“, so der Landesdiakoniepastor. Bedauerlich ist dabei, dass häufig nicht alle zur Verfügung stehenden Kräfte genutzt werden. So wünscht er sich, dass in Bremen viel schneller und konsequenter als bislang die aufholende Entwicklung bei Kindertagesstätten auch mit Hilfe der freien Träger und Investoren genutzt wird. Bisher wird zu zögerlich agiert. „Wir brauchen für diese aufholende Entwicklung alle gesellschaftlichen Kräfte und können uns durch unnötige Ressentiments gegen Investoren nicht selbst begrenzen“, so Meyer.

Die Frage der Kinderbetreuung ist in Bezug auf das Armutsrisiko für Alleinerziehende ein weiteres wichtiges Thema: „Nur wer eine gesicherte Kinderbetreuung hat, kann als Alleinerziehende einen Beruf ausüben und so aus der Armutsspirale entkommen“, so Meyer. Man dürfe nicht erwarten, dass jede alleinerziehende Frau  wiederum Eltern habe, die die Kinderbetreuung übernehmen können. Der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung und Bildung, so Meyer weiter, dürfe nicht von der Kassenlage der beiden Stadtgemeinden Bremerhaven und Bremen abhängig gemacht werden. Er gilt uneingeschränkt. Familienzentren mit Quartiersbezogenheit und ein erleichterter Zugang zu einer Ganztagsbetreuung für Kinder von Alleinerziehenden sind unabkömmlich.