Diakonie setzt sich für tragfähige Nachbarschaften ein

02.05.2017

Die Diakonie setzt sich gemeinsam mit den evangelischen Kirchen für ein solidarisches und inklusives Miteinander in tragfähigen Nachbarschaften ein.

"Unsere kirchlich-diakonische Arbeit ist heute weniger denn je ohne Bündnisse und Vernetzungen mit anderen sozial Engagierten  und Partnern in der Zivilgesellschaft möglich. Unser gemeinsames Ziel ist es, den Zusammenhalt und die Gemeinschaft  in einer vielfältigen, demokratischen und gerechten Gesellschaft zu stärken", sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie am Mittwoch beim Wichernempfang der Diakonie im Sharehaus Refugio in Berlin.  

"Um das Ziel zu erreichen, brauchen wir starke Partner und ungewöhnliche Allianzen - auch mit Partnern, die nicht in Kirche oder Diakonie verwurzelt sind", betont Lilie. In solchen Netzwerken zu denken und zu arbeiten, verändere viel. "Es bedeutet zum Beispiel auch, Arbeitsfelder als veränderlich, prozesshaft zu betrachten, weniger institutionell als vielmehr dynamisch und pragmatisch. Eine Projektzusammenarbeit kann für zwei Jahre sehr gut funktionieren und danach muss man vielleicht weiter oder neu überlegen."  So habe es in der Flüchtlingsarbeit viele Beispiele von ungewohnten, mitunter auch unbequemen Allianzen gegeben, die allesamt das Ziel hatten, das Ankommen der Flüchtlinge zu organisieren. Solche Allianzen brauche es auch bei der Integration.

Im Rahmen des Jahresempfangs, bei dem Lilie über 190 Gäste aus Politik und Verbänden, Kirche und Diakonie, Wirtschaft und Wissenschaft begrüßt, wird auch der Wichernpreis für herausragende aktuelle Forschungsarbeiten verliehen. Die diesjährigen Preisträger sind Dr. Michael Bartels (Hauptpreis), Prof. Dr. Annette Noller und Dr. Tobias Braune-Krickau (Sonderpreise). "Alle drei Arbeiten haben eine Schnittmenge, nämlich in der Frage nach dem Profil der Diakonie, der Profilierung der Diakonie und dem "Christlichen" im Vergleich mit säkularen Hilfeleistungen, privatwirtschaftlichen Wettbewerbern in der Sozialwirtschaft und politischen Begründungen", sagt Prof. Dr. Martin Büscher vom Institut für Diakoniewissenschaft und Diakonie-Management Bielefeld in seiner Laudatio.

Der Wichernpreis wird auf Initiative von Alfred Jäger, Prof. für systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Bethel, seit 1998 vergeben.