Diakonie und Kommunen - gemeinsam Deutschland altersgerecht umbauen

18.05.2017

Kirchen und Kommunen sind vor Ort das Filialnetz für die älter werdende Gesellschaft - Bund und Länder müssen die finanziellen Rahmenbedingen schaffen

Die gemeinsame Verantwortung von Kommune und Kirche für eine soziale Gesellschaft prägt kirchliches und kommunalpolitisches Handeln.

Nur gemeinsam können die Herausforderungen des demografischen Wandels bewältigt werden und die Gestaltung des Alterungsprozesses vor Ort erfolgreicher und effizienter erfüllt werden. Die Diakonie mit ihren zahlreichen Einrichtungen und Diensten vor Ort ist dabei eine unverzichtbare Partnerin für die Städte und Gemeinden.

Wie es durch verstärkte Kooperation von Kommunen und Zivilgesellschaft gelingen kann, einen vitalen ländlichen Raum für eine alternde Gesellschaft zu bewahren und die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in Stadt und Land sicherzustellen, erörterten am 18./19. Mai 2017 Vertreter der Diakonie Deutschland und des Deutschen Städte- und Gemeindebund auf einer gemeinsamen Fachtagung in Bad Soden.

Hierzu erklärte der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie:

"Um die Lebensverhältnisse für alte Menschen in strukturschwachen Regionen zu verbessern, müssen wir alle Potenziale der Zivilgesellschaft nutzen. Kirche und Diakonie sind bereits erprobte Partnerinnen, die über viele Ressourcen wie engagierte Mitglieder oder Räume verfügen. Wir brauchen auch neue und ungewöhnliche Allianzen, Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die sich anstecken lassen, Bündnisse schmieden und gute Ideen mit anderen teilen."

"In den vergangenen Jahren ist viel für den Ausbau der Kinderbetreuung und die Familien getan worden, dies war richtig. Genauso wichtig ist es aber jetzt, etwas für die älter werdende Bevölkerung zu tun, um die selbständige Lebensführung in der Gemeinde sicherzustellen. Dazu gehört beispielsweise barrierearmes Wohnen, neue Wohnformen für mehrere Generationen unter einem Dach, eine flächendeckende ärztliche Versorgung, Mobilitätsangebote und Möglichkeiten auch der kulturellen Teilhabe in Stadt und auf dem Land. Dies wird nur gelingen, wenn wir bereit sind neue Wege zu gehen und Alterung als gesamtgesellschaftliche Herausforderung begreifen," so das geschäftsführende Präsidialmitglied des DStGB, Dr. Gerd Landsberg.

Einig sind sich Präsident Lilie und das geschäftsführende Präsidialmitglied, Dr. Landsberg, dass bei der Bewältigung des demografischen Wandels und der örtlichen Gestaltung des Alterungsprozesses Bund und Länder gefordert sind, die Finanzkraft der Kommunen zu stärken. Da die Menschen auch im Alter so lange wie möglich selbständig zu Hause wohnen möchten, ist ein gut strukturiertes und vernetztes Hilfesystem vor Ort unerlässlich. "Dies kann nur erreicht werden, wenn Kommunen, Kirchen, Verbände und Vereine an einem Strang ziehen" so Lilie und Landsberg abschließend.

Die gemeinsame Veranstaltung "Altwerden im ländlichen Raum" bildet den Auftakt von weiteren Kooperationen von Diakonie Deutschland und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund.