Fest der Ehrenamtlichen in der Altenhilfe

30.08.2017

der Bremischen Evangelischen Kirche und der Diakonie Bremen

Mehr als 200 Ehrenamtliche waren am Dienstag, 29. August 2017, der Einladung der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) und der Diakonie Bremen zum „Fest der Ehrenamtlichen in der Altenhilfe“ gefolgt. Gabriele Holdorf von der Fachstelle Alter der BEK begrüßte die Gäste und gab dann der Präsidentin der BEK Edda Bosse das Wort. In ihrem Grußwort dankte sie den Ehrenamtlichen dafür, dass sie anderen Menschen Zeit, Gedanken, Wärme und Zuwendung schenken. Außerdem sprach sie über das Reformationsjubiläum und die Herausforderungen für die Kirche in der heutigen Zeit. Mehrere Generationen leben heute, anders als früher, miteinander – die ganz Kleinen und ganz Großen. Das bringt neue Chancen aber auch Herausforderungen mit sich. Die Kirche müsse entscheiden, wann sie sich zu Wort melde. „Und dafür ist ein Garant Pastor Meyer, der immer wieder den Finger in die Wunde legt“, sagte Edda Bosse und leitete so direkt über zur folgenden Ansprache „Raum für mein Leben im Alter“ von Landesdiakoniepastor Manfred Meyer.

„Dass wir alle älter werden, daran können wir nichts ändern. Aber wie wir älter werden, das haben wir zum Teil selbst in der Hand“, betonte Meyer gleich zu Beginn seiner Ansprache. Dass wir in einer Gesellschaft des langen Lebens leben, sei kein Problem, sondern eine Chance. Es sei wichtig, sich wieder auf die Potentiale älterer Menschen zu konzentrieren, statt auf deren Unterstützungsbedarf. Er wies auch auf ein sehr passendes afrikanisches Sprichwort hin: „Wenn ein alter Mensch stirbt, ist es, als ob eine ganze Bibliothek verbrennt.“

Auch sei es wichtig, zu lernen, dass jede Lebensphase einen gleichen Stellenwert hat. Die Kindheit sei nicht nur Vorbereitung auf die Jugend, der Sommer des Lebens nicht kostbarer als der Herbst.  „Die Lebensalter sind so vielfältig, wie Bremen bunt ist. Deshalb geht es darum, der Individualität jedes Menschen Raum zu geben.“ Kirche und Diakonie tun deshalb gut daran, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

„Gestaltung des Alters heißt etwas zu tun, dem Leben im Alter einen Sinn zu geben“, so Meyer. Deshalb beendete er seine Ansprache mit den passenden Worten: „Es geht nicht darum dem Leben Jahre zu geben, sondern den Jahren Leben“ – und dazu tragen die ehrenamtlich Engagierten einen großen Teil bei.

Die Worte der Ansprache hallten noch bei dem folgenden musikalischen Intermezzo von Johannes Grundhoff in den Köpfen nach, wie auch Waltraud Wulff-Schwarz, zuständig für das Ehrenamt der Diakonie, betonte. Anschließend kamen drei Ehrenamtliche selbst zu Wort. Interviewt von Simone Röttger vom Lotsenprojekt der BEK sprachen sie über ihre ganz unterschiedlichen Tätigkeiten und Erfahrungen im Ehrenamt. Damit auch alle anderen ihre Meinungen einbringen konnten, gab es - nach einem wundervollen Musikbeitrag von Gabriele Banko und Johannes Grundhoff - die Möglichkeit, Karten zu beschriften und an einer Moderationswand zu befestigen zur Frage „Das Schönste am Ehrenamt ist für mich…“. Bei dieser Mitmachaktion haben sich viele Ehrenamtliche beteiligt.

Außerdem gab es – nach der Eröffnung des Landfrauen-Buffets – auch die Möglichkeit, persönlich ins Gespräch zu kommen – zum Beispiel an verschiedenen Ständen, die Projekte der Altenhilfe vorgestellt haben. Dort gab es unter anderem Informationen über einen Besuchsdienst am Telefon, die aufsuchende Altenarbeit und das Projekt „Lampendreher“, bei dem Ehrenamtliche kleine handwerkliche Reparaturen anbieten. Die Stände waren gut besucht und es sind viele Gespräche entstanden, so dass der Abend einen lockeren Ausklang fand. Ein rundum gelungenes Fest der Ehrenamtlichen.

(Fotos: Karsten Klama)