Konferenz Diakonie und Entwicklung in Nürnberg eröffnet

11.10.2017

Delegierte diskutieren über Fragen der Sozialen Sicherung aus nationaler und internationaler Perspektive

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Lorenz wird heute die jährliche Konferenz Diakonie und Entwicklung eröffnet, die am 11. und 12. Oktober in Nürnberg stattfindet. In seiner Predigt erinnerte der Bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm daran, dass Armut und Reichtum damals wie heute eine Geschichte von Macht und Ohnmacht sei. "Wer reich ist, hat die Macht, das Leben materiell so gestalten zu können, wie er möchte.

Wer arm ist, erfährt die Ohnmacht, nicht das Nötige zum Leben zu haben, ungerechten Arbeitsbedingungen ausgeliefert zu sein, aus gesellschaftlichen Zusammenhängen ausgeschlossen zu sein." Dieses Bild habe Jesus radikal verändert, indem er die Ohnmächtigen zu Bewohnern des Reichs Gottes macht und in seine Gemeinschaft hineinnimmt. Deswegen ständen Kirche, Diakonie und Entwicklung mit recht an der Seite der armen Menschen. 

Vor dem Hintergrund, dass rund 80 Prozent der Weltbevölkerung ohne Absicherung gegen Folgen von Krankheit, Alter oder Einkommens- und Erwerbslosigkeit leben, soziale Sicherheit aber unabdingbar ist für ein Leben in Würde, Selbstbestimmung und Autonomie, diskutieren die 112 Delegierten am zweiten Konferenztag in Nürnberg mit  Prof. Dr. Katja Bender vom Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Dr. Imme Scholz vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, Barbara Eschen, Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz und Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz.

Neben Ausschussberichten stehen weiterhin der Jahresabschluss des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung 2016 sowie die Genehmigung des Wirtschaftsplanes  für das Jahr 2018 auf der Tagesordnung. Außerdem werden die Delegierten eine Verbandsempfehlung zur Unternehmensmitbestimmung verabschieden.

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung. Zum Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung gehören die Diakonie Deutschland, Brot für dieWelt und die Diakonie Katastrophenhife. Die Konferenz beschließt über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit sowie der Entwicklungsarbeit und der Humanitären Hilfe. Ein Schaubild und weitere Informationen zur Struktur des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung finden Sie unter https://www.diakonie.de/das-evangelische-werk-fuer-diakonie-und-entwicklung