Kunst der Inklusion - Art of Inclusion

09.03.2017

Sie können mitentscheiden: Welcher dieser zwei Dichter soll Ihrer Meinung nach von der Projektgruppe vorgestellt werden?

Im Rahmen der europäischen Partnerschaft „Art of Inclusion“ stellt das Diakonische Werk Bremen sechs Bremer Künstler und Künstlerinnen vor – davon drei noch lebende und drei verstorbene Personen.
Genau wie in Bremen werden auch in den anderen Ländern der Partnerschaft (Portugal, Italien und Rumänien) Menschen mit Behinderung gemeinsam Künstler auswählen. Die Teilnehmenden der Partnerschaft recherchieren zu den Künstlern und werden sie im Laufe dieses Projekts öffentlich vorstellen.
In Bremen recherchiert aktuell eine Projektgruppe in der Tagestätte Wichernhaus des Vereins für Innere Mission über lebende Künstler aus Bremen. Die drei lebenden Künstler haben sich die Teilnehmenden ebenso wie zwei bereits verstorbene Künstler schon ausgesucht. Um den dritten verstorbenen Bremer Künstler zu finden, bittet die Projektgruppe um Mithilfe: Im Rahmen einer Abstimmung auf Facebook haben Interessierte die Möglichkeit, bis zum 31.03.2017 durch das Klicken des Buttons „gefällt mir“ zwischen zwei Künstlern zu wählen. Sie können mitentscheiden: Welcher dieser zwei Dichter soll Ihrer Meinung nach von der Projektgruppe vorgestellt werden?

Zur Auswahl stehen Joachim Neander (1650-1680) und Friedo Lampe (1899-1945).

Joachim Neander (1650-1680) wurde in Bremen geboren, er studierte Theologie und war Prediger an der Bremer St. Martini Kirche. Er ist Dichter einiger heute noch viel gesungener Kirchenlieder (Evangelisches Gesangbuch 317 („Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren…“ in 316 als ökumenische Fassung) , 327 („Wunderbarer König, Herrscher von uns allen …“), 504 („Himmel, Erde Luft und Meer zeugen von des Schöpfers Ehr …“), 635 („Der Tag ist hin, mein Jesu bei mir bleibe …“) und hat auch Melodien komponiert (Sammelwerk „Bundes-Lieder und Dank-Psalmen“). Eine Fußnote ist, dass nach ihm das „Neandertal“ bei Düsseldorf benannt ist, wo viel später Skelettteile des bekannten frühen Menschentyps gefunden wurden.

Friedo Lampe (1899-1945), in Bremen geboren, war Mitarbeiter im Schünemann Verlag und schrieb seit den 1920er Jahren Werke, die Bremer und Norddeutschlands Alltagsleben präzise, mit Humor und einiger Kritik wiedergeben. Lampe war selbst gehbehindert. „Am Rande der Nacht“ bringt den Bilderbogen eines Abends und einer beginnenden Nacht in Bremen, vom Techtelmechtel in den Wallanlagen bis hin zu einem Boxkampf im Zirkuszelt. Es wird heute noch betont, dass er hier Beziehungen zwischen Rassen und auch Homosexualität offen dargestellt hat – Gründe davor, dass das 1933 erscheinende Buch unter dem NS Regierung sofort beschlagnahmt wurde. Andere Werke waren „Septembergewitter“ (ein stürmischer Ballonflug über die Nordsee bildet den Rahmen) und die Szenensammlung „Von Tür zu Tür“.