Landesdiakoniepastor unterstützt Forderungen des Deutschen Hebammenverbands

04.09.2017

Von Ende August bis Mitte September fährt der Deutsche Hebammenverband e.V. durch ganz Deutschland und macht dabei in jedem Bundesland Station. Morgen, am 5. September, kommt er nach Bremen. An einem familienfreundlichen Infostand möchte der Verband mit Interessierten ins Gespräch kommen – im Vorfeld der Bundestagswahl auch über die Forderungen an die künftige Bundespolitik.

"Als Diakonisches Werk Bremen unterstützen wir die Forderungen des Deutschen Hebammenverbands, wie die Sicherung der flächendeckenden Versorgung“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer. Mit der Kampagne „Wir brauchen unsere Hebammen“ setzt sich der Deutsche Hebammenverband für stimmigere Rahmenbedingungen für freiberufliche Hebammen, Hebammen in Kliniken und Auszubildende in diesem Beruf ein. Auch der Landesdiakoniepastor unterstützt diese Kampagne und zeigt sein Gesicht.

„Immer mehr Menschen möchten im häuslichen Umfeld ihr Kind zur Welt bringen – und bei der Geburt durch eine freiberufliche Hebamme begleitet werden. Dies ist eine Frage der Selbstbestimmtheit. Im Alter wird die Betreuung im eigenen Zuhause immer weiter ausgebaut – warum sollte das zu Beginn des Lebens anders sein?“, so Meyer. Leider zeige sich immer wieder – zum Beispiel beim Krisentelefon Notruf Mirjam Bremen-Weser-Ems – dass es gerade in ländlichen Regionen nicht genügend Hebammen mehr gibt. „Freiberufliche Hebammen haben eine wichtige Aufgabe. Die hohen Kosten der Haftpflichtversicherung darf die Hebammen nicht so einschränken, dass sie von ihrem Beruf nicht mehr leben oder Schwangere keine Hebamme zu ihrer Begleitung mehr finden können.“

Es sei schließlich auch wichtig, den Nachwuchs für diesen Beruf – ob nun in der Klinik oder freiberuflich – zu begeistern. Dafür müssen die Arbeitsbedingungen stimmen. „Schwangerschaft und Geburt sind für Eltern etwas ganz besonderes. Der Umgang mit diesem einzigartigen Lebensabschnitt muss entsprechend professionell und einfühlsam zugleich sein“, so Meyer. Doch da es immer weniger Hebammen in Kliniken und in ländlichen Regionen gibt, müssen manche Hebammen in Kliniken mehrere Geburten gleichzeitig betreuen. Das führe dazu, so der Deutsche Hebammenverband, dass Hebammen nicht mehr so arbeiten können, wie sie es gelernt haben und wie es für eine angemessene Betreuung der Frauen notwendig ist. „Hebammen in Kliniken müssen – wie alle Pflegekräfte – genug Zeit für ihre Arbeit haben. Damit sie genug Zeit haben, braucht es eine bessere Refinanzierung für die Kliniken durch die Kostenträger“, betont Meyer.