Langzeitarbeitslose sind keine Billiglohnreserve

26.06.2014

Ein Mindestlohn von Anfang an ist für die Diakonie alternativlos: Anlässlich der öffentlichen Anhörung im Ausschuss Arbeit und Soziales zum Tarifautonomiestärkungsgesetz am 30. Juni warnt die Diakonie Deutschland davor, die Arbeit von Langzeitarbeitslosen weniger wert zu schätzen und sie zu einer Billiglohnreserve zu machen.

„Eine Ausnahme vom Mindestlohn in den ersten sechs Monaten führt zu einem Heuern und Feuern. Langzeitarbeitslose werden  zu Billiglöhnen eingestellt und nach sechs Monaten wieder nach Hause geschickt “, befürchtet Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Langzeitarbeitslose müssten vor Diskriminierung und Ausbeutung geschützt werden. Diese Forderung vertritt die Diakonie Deutschland gemeinsam mit vielen Partnern im Bündnis „Würde ist unteilbar – Bündnis für einen Mindestlohn ohne Ausnahmen“.

Grundsätzlich begrüßt die Diakonie die Einführung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro. „Der Mindestlohn ist längst überfällig und wird die Lebenssituation von über fünf Millionen Menschen verbessern“, so Loheide. Es sei allerdings ein verheerendes Signal für die Menschen und für unsere Gesellschaft, wenn Langzeitarbeitslose aufgrund ihres Status,  für die gleiche Arbeitsleistung schlechter bezahlt würden.Nach Ansicht der Diakonie Deutschland ist die Förderung, Unterstützung und Qualifizierung durch ausreichende und wirksame Angebote der aktiven Arbeitsmarktpolitik der richtige Weg Langzeitarbeitslosigkeit zu begegnen und nicht ein Ausschluss vom Mindestlohn.Die Stellungnahme der Diakonie und ihres Fachverbandes EFAS zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Tarifautonomie finden Sie hier>