Migration ist ein Entwicklungsmotor

26.06.2017

Bundesregierung muss sich für ein globales und verbindliches Regelwerk stark machen

In Berlin findet vom 28.6. bis 1.7. das Globale Forum für Migration und Entwicklung (GFMD) statt. Zentral für den internationalen Gipfel mit mehr als 130 Staatenvertretern ist der Global Compact für sichere, geordnete und reguläre Migration, den die Vereinten Nationen erarbeiten und der auch vom GFMD unter dem Vorsitz Deutschlands und Marokkos inhaltlich ausgestaltet wird. Brot für die Welt sieht in der Konferenz eine große Chance. „Die Bundesregierung kann die Konferenz nutzen, um die positiven Effekte von Migration für alle aufzuzeigen. Wenn Migration legal, sicher und informiert stattfindet, profitieren Migranten, Herkunfts- und Zielländer, und Migration wird zum Entwicklungsmotor“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin des evangelischen Hilfswerks. Die nachhaltigen Entwicklungsziele forderten explizit eine „geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration“ durch die Gestaltung einer planvollen Migrationspolitik.

Brot für die Welt hofft, dass sich die Bundesregierung im Rahmen ihres Vorsitzes entsprechend auch für ein international verbindliches Regelwerk stark macht, das Migrationspolitik nicht nur auf wirtschaftlichen Mehrwert der aufnehmenden Gesellschaften ausrichtet, sondern auch die Menschen und ihre Herkunftsländer im Blick behält. „Globale Migrationspolitik sollte auf den bereits bestehenden Konventionen zu Menschenrechten und Arbeitsmigration aufbauen und den nachhaltigen Entwicklungszielen dienen, die in der UN-Agenda 2030 festgeschrieben sind“, so Füllkrug-Weitzel.

„Migrantinnen und Migranten setzen wichtige Impulse für die Entwicklung von Herkunfts- und Zielländern. Ihre Rücküberweisungen in Entwicklungsländer machen ein Vielfaches der staatlichen Entwicklungsgelder aus“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel. Das sei vielen Menschen in unserer Gesellschaft nicht bekannt, könnte aber negativen Einstellungen gegenüber Migranten entgegenwirken. Der deutsche Arbeitsmarkt und das deutsche Rentensystem seien zudem auf Einwanderung angewiesen und hätten in den vergangenen fünfzig Jahren davon massiv profitiert. Die Bundesregierung sollte das GFMD auch nutzen, um eine Neuausrichtung der eigenen Einwanderungspolitik voranzubringen. Im Interesse von Entwicklungsförderung müsse es darin auch Chancen für Menschen mit geringeren Qualifikationen auf legale Wege nach Deutschland geben.

„Die Bundesregierung sollte mit gutem Beispiel vorangehen, ihre Vorbehalte aufgeben und die UN-Konvention zum Schutz der Rechte aller Wanderarbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen ratifizieren. Das wäre ein wichtiges Signal für die Ausgestaltung einer globalen Migrationspolitik“, so Füllkrug-Weitzel.