Noch stehen die versprochenen Wohnungen nicht

04.12.2012

Beim Offenen Treffen des Aktionsbündnisses am 3. Dezember 2012 wurde es ganz schön eng, denn mehr als dreißig Menschen versammelten sich in den Räumen des Diakonischen Werkes.

Ein Grund für die starke Beteiligung war möglicherweise auch der Gast: Petra Kodré, Leiterin der Zentralen Fachstelle Wohnen, erläuterte die Thematik Wohnungsnot aus Behördensicht und stellte sich der Diskussion. Insbesondere die Frage, ob Wohnungslose nach der Vermittlung von Wohnraum auch betreut würden, beschäftigte die Runde.

Im Anschluss berichteten Mitglieder des Aktionsbündnisses von der Arbeit in den drei Senats-AGs. Das Bündnis des Bürgermeisters setzte sich in Arbeitsgruppen zusammen, um die Themen Wohnraum für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen, Wohnraum für Haushalte mit besonderen Schwierigkeiten am Wohnungsmarkt und das Thema kostengünstiges Bauen für den Mittelstand zu vertiefen.

Die Vertreter berichteten, dass in den Arbeitsgruppen eher ein Verwaltungsschwerpunkt gesetzt worden sei. Dabei „ging es uns darum zu fragen, was die Arbeitsgruppe konkret macht“, sagte Joachim Barloschky, ehemaliger Quartiersmanager Tenever.

Insbesondere die Absichtserklärung des Senats in den kommenden Jahren 700 neue Wohnungen zu bauen, von denen 25 Prozent Sozialwohnungen sein sollen, wird vom Bündnis unterstützt. Auf Seite der Vermieter trifft dieses Anliegen jedoch auf Zögern und Kritik, da sich die Schaffung neuen Wohnraums für sie wirtschaftlich lohnen soll. „Das sind alles interessante Bedenken, die wir entgegen genommen haben. Aber wir haben auch gesagt, dass wir auf den Wohnungen bestehen“, betonte Joachim Barloschky. Noch ist unklar, wann, wo  und von wem die 700 Wohnungen gebaut werden. „Noch stehen die Wohnungen ja nicht“.

Umso wichtiger ist es, dass die Vertreter des Aktionsbündnisses bei den kommenden Treffen der Arbeitsgruppen des Senats weiterhin konstruktiv mitarbeiten und auf die Schaffung von menschenwürdigen  und bezahlbaren Wohnraum drängen. „Wir werden der Politik genau auf die Finger sehen und keine Ruhe geben.“

Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit anderen Bündnissen diskutiert. Vertreter des Asta der Uni Bremen waren ebenfalls anwesend und regten eine Kooperation an. Sie möchten die Wohnungsnot von Studierenden thematisieren. Das Bündnis ist gerne bereit mit anderen Initiativen zusammenzuarbeiten, um dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen.  
Auch weitere Aktionen sind bereits im Gespräch und werden bei den kommenden offenen Treffen weiter diskutiert und geplant. Zum ersten Treffen im Januar ist außerdem Herr Corbach von der Gewoba als Gast eingeladen.

Zudem veranstaltet das Bündnis am Donnerstag, 14. Februar 2013, von 9.30 bis 16.30 Uhr im Forum Kirche, Hollerallee 75, den Fachtag "Menschenrecht auf Wohnen- wie kann es in Bremen umgesetzt werden?"