Pflegeschüler/innen der Altenpflegeschule Friedehorst sprechen über Zeit in Italien und Rumänien

23.06.2015

Drei Schülerinnen und ein Schüler der Altenpflegeschule der diakonischen Stiftung Friedehorst haben bereits an unserem neuen Austausch-Projekt teilgenommen. Am Montag-Abend haben sie davon berichtet, was sie in der Zeit vom 15. bis 30. Mai bei Partnern der Diakonie Bremen erlebt haben.


„Wir wollten unter den Ersten sein, die das neue Erasmus+ Programm für Auszubildende und Fachschülerinnen nutzen und freuen uns, dass die Auslandsaufenthalte so erfolgreich waren“, sagt Dr. Jürgen Stein, Verbandskoordinator und stellvertretender Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen e.V.

Sabrina Scheller und Lukas Schallert fuhren nach Torre Pelice in Norditalien. Sie absolvierten ihr Praktikum in der Pflegeeinrichtung der Chiesa Valdese (Waldenserkirche). Leonie Kube und Eliza Arndt fuhren nach Schäßburg in Rumänien und lernten dort die Arbeit im Pflegenest kennen. Am Montagabend haben sie über ihre Erfahrungen berichtet und viele Fragen aus dem interessierten Publikum beantwortet.

Schäßburg in Rumänien

Leonie Kube und Eliza Arndt berichteten aus Rumänien: „Das ist eine andere Welt. Das Leben ist sehr viel einfacher und in den Dörfern so wie wir uns das überhaupt nicht vorstellen konnten. Die Menschen in der Pflegeinrichtung der Kirchengemeinde in Schäßburg sind uns aber sehr offen begegnet, haben uns von ihren zum Teil sehr harten Schicksalen erzählt und wir konnten mit ihnen spielen, sie versorgen und uns im Haus nützlich machen. Gerne würden wir wieder dorthin kommen und das Land auch Kindern zeigen. Die Menschen leben in der kleinen Einrichtung mit acht Plätzen wie in einer Familie. Die Einrichtung ist spartanisch, aber alles ist absolut sauber.“

Die beiden hatten während ihres Auslandsaufenthalts auch die Möglichkeit an Feiern teilzunehmen und Sehenswürdigkeiten des Landes kennenzulernen.

Pelice in Norditalien

Sabrina Scheller und  Lukas Schallert waren für zwei Wochen in Italien bei Pflegeinrichtungen der Waldenserkirche in einem engen Tal der Alpen. Sie waren beeindruckt von der Herzlichkeit des Umgangs oder auch von der Verpflegung: „Beschäftigte wie gepflegte Personen bekommen täglich ein mehrgängiges Mittagessen mit Wein und äußerst starkem Kaffee. Danach ist für alle eine Stunde Mittagspause.“

Während Fachkrankenschwestern für Wundversorgung und Medikamentengabe verantwortlich sind, werden Grundpflege und Begleitung von angelernten Kräften und vielen Freiwilligen geleistet. In diese Betreuung konnten die Erasmus+ Praktikanten sich, wie auch in Rumänien, ohne Probleme einbringen. Mit den gepflegten Personen gelang die Verständigung oft mit Zeichensprache, Lächeln oder Umarmungen.

Sowohl die Pflege der deutschsprachigen Kirchengemeinde im rumänischen Schäßburg wie auch die der über Jahrhunderte verfolgten Waldenserkirche in Italien stehen Menschen aller Religionen und Sprachgruppen offen.

Zertifikat für den Europass

Die heimgekehrten Auszubildenden erhielten zum Abschluss jeweils ein Zertifikat für den „Europass“ mit dem alle internationalen Lernergebnisse in der Europäischen Union bescheinigt werden können. Es sind auch bereits weitere Auslandsaufenthalte anderer Pflegeschülerinnen fest geplant. „So wollen wir auch zeigen, dass Berufe in der Pflege eine Perspektive haben und eine Karriere bieten“, betont Dr. Jürgen Stein.

 

Hier den Artikel im Weser-Report Nord vom 24. Juni 2015 ansehen >

Hier den Bericht von Leonie Kube bei "soziale Berufe kann nicht jeder" ansehen >