Projektbericht: Initiative Pro Arbeit

21.03.2016

Hier den Projektbericht der "Initiative Pro Arbeit - öffentlich geförderte Beschäftigung" lesen. An dem Bündnis ist auch die Diakonie Bremen beteiligt.

„Langzeitarbeitslosen eine Stimme und ein Gesicht geben – Für die Einführung des Passiv-Aktiv-Transfers (PAT) und die „öffentlich geförderte Beschäftigung“ werben. Das sind die Ziele der „Initiative pro Arbeit“. Nach drei Kampagnenjahren kann man sagen: Es ist ein Langstreckenlauf und die ersten Abschnitte waren erfolgreich.

 Die Initiative hat dazu beigetragen, dass die langzeitarbeitslosen Menschen nicht aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwunden sind. Über Parteigrenzen hinweg wird mittlerweile anerkannt: Es gibt in Deutschland einen „harten Kern“ strukturell verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit und die betroffenen Menschen brauchen eine besondere Unterstützung.

Die Initiative startete, als Arbeitslosigkeit immer mehr aus dem politischen und gesellschaftlichen Fokus geriet. Geldmittel und Möglichkeiten zur Eingliederung wurden durch das Sparpaket (2010) und die Instrumentenreform (2012) drastisch reduziert. Das schadet nicht nur den arbeitslosen Menschen, sondern gefährdet auch die regionale Infrastruktur derarbeitsmarktpolitischen Angebote. Frei nach der Maxime „Engagiert Euch!“ von Stéphane Hessel haben sich deswegen neun diakonische Landesverbände mit anderen Organisationen und Verbänden zur „Initiative Pro Arbeit“ zusammengeschlossen. Es ist ein offenes Bündnis für alle, die ihre Aktivitäten gegen Armut und Ausgrenzung durch Arbeitslosigkeit einbringen wollen.

Die „Initiative Pro Arbeit“ sollte nicht nur reagieren, sondern das Thema proaktiv besetzen. Wir haben deswegen das Thema öffentlich geförderte Beschäftigung und die Lebenssituation langzeitarbeitsloser Menschen permanent in den politischen Alltag und in die Öffentlichkeit getragen. Dafür haben wir bewusst auf Aktionen gesetzt. Wir haben informiert, argumentiert und agiert.

Als breit aufgestelltes Bündnis haben wir auf allen föderalen Ebenen – Kommunen, Länder, Bund – Akzente gesetzt. Mit den zielgruppenspezifischen Kommunikationsinstrumenten konnten wir eine breite Öffentlichkeit ansprechen. Politiker, Unternehmer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsagenturen, Journalisten und Bürgerinnen und Bürger haben uns zugehört. Die kommunikative Klammer war dabei das Logo „Initiative Pro Arbeit“. Lokale Aktionen standen so nicht mehr alleine, sie waren eingebunden in die vielfältigen Aktivitäten der anderen Bündnispartner.

Noch sind die Ziele nicht erreicht, trotzdem gibt der Erfolg der Initiative Recht: In allen Parteien, auch in der Union, gibt es inzwischen Befürworter für den PAT. Die kommunalen Spitzenverbände (Landkreistag und Städtetag) setzen sich ebenfalls dafür ein. Ein Antrag für die Neuausrichtung der öffentlich geförderten Beschäftigung liegt im Bundesrat. Die nächsten Seiten zeigen, was wir bisher erreicht haben. Weitermachen lohnt sich, denn die sich verschärfenden Bedingungen für die betroffenen Langzeitarbeitslosen sprechen noch immer für öffentlich geförderte Beschäftigung und den Passiv-Aktiv-Transfer. Auch die positiven Beispiele anderer Länder zeigen: das nutzt allen.“

Ines Nößler
Koordinatiorin Initiative Pro Arbeit
EFAS, Evangelischer Fachverband für Arbeit und soziale Integration e. V.

 

Hier den Bericht herunterladen>