Rettungspaket Altenpflege

14.05.2014

Das Diakonische Werk Bremen und das Altenpflegeheim am Kirchweg der Inneren Mission haben sich am Montag, 12. Mai, an dem bundesweiten Aktionstag „Rettungspaket Altenpflege“ der Diakonie beteiligt.

Landesdiakoniepfarrer Manfred Meyer und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des  Altenpflegeheims haben ihre Forderungen zur besseren Ausstattung der Pflege an Ballons geknüpft in die Luft steigen lassen. Besinders wichtig sind ihnen: würdevolle Pflege, familiäre Entlastung, gerechte Finanzierung und attraktive Ausbildung.

Zudem haben sie ihre Forderungen dem Bremer Bundestagsabgeordnete Dr. Carsten Sieling (SPD) geschildert, der auf Einladung der Diakonie an diesem Aktionsvormittag teilgenommen hat.  Landesdiakoniepfarrer Manfred Meyer sowie Andrea Bussen, Leiterin des Altenpflegeheims am Kirchweg,  zahlreiche Bewohner des Heimes und Mitarbeiterinnen aus der Pgflge nutzten den Besuch Sielings, diesem detailliert zu erklären, was sie von der Politik zur Verbesserungs der Situation in der Pflege erwarten.

Manfred Meyer hat mehr Tempo bei der Pflegereform der Bundesregierung gefordert. Der in diesem Zusammenhang geplante neue Pflegebedürftigkeitsbegriff müsse schneller eingeführt werden. Die Bundesregierung will 2017 fünf statt bisher drei Pflegestufen einführen, damit geistige und psychische Leiden besser berücksichtigt werden können. Davon würden insbesondere demenzkranke Menschen profitieren.Geld- und Sachleistungen sollen bereits ab 2015 um vier Prozent steigen, zugleich sollen auch die Beiträge der Pflegeversicherung angehoben werden. Meyer verlangt, die Versicherung auf eine breitere Basis zu stellen, um sie besser zu refinanzieren. Deshalb sollten nicht nur Löhne und Gehälter, sondern auch Kapitaleinkünfte herangezogen werden.Der evangelische Theologe setzte sich außerdem für Verbesserungen in der Ausbildung ein: "Es geht nicht an, dass Schülerinnen und Schüler immer noch für ihre Ausbildung mit bezahlen müssen."Meyer spricht sich für einheitliche Verdienste in der Altenpflege aus, um Dumpinglöhnen entgegenzutreten. Dieses Ziel verfolgten Gespräche zwischen Wohlfahrtsverbänden und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Land Bremen. Mit dieser Initiative wolle man bundesweit mit gutem Beispiel vorangehen.Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling stellte sich bei der Protestaktion im Pflegeheim der Diakonie  vor allem gegen den Zeitdruck in stationären und ambulanten Diensten. "Die Minutenpflege muss weg", forderte Sieling, der sich ebenfalls für einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff stark machte. Bei seiner Einführung müsse es "genauso schnell gehen wie bei der Bankenrettung". Bei der Demonstration starteten Heimbewohner gemeinsam mit Kita-Kindern Dutzende Luftballons, an die sie Postkarten mit Wünschen zur Pflegereform gebunden hatten.