Weltkindertag: Kampf gegen Kinderarmut muss höchste Priorität haben

19.09.2017

Bremer Landesdiakoniepastor fordert anlässlich des Weltkindertags Chancengleichheit für alle Kinder

Anlässlich des Weltkindertags am 20. September fordert Landesdiakoniepastor Manfred Meyer die zukünftige Bundesregierung auf, dem Kampf gegen die Kinderarmut höchste Priorität einzuräumen und sich für die Chancengleichheit aller Kinder einzusetzen.

„Dem Staat muss jedes Kind gleich viel wert sein. Die gegenwärtige Ungleichbehandlung von Kindern ist ein Skandal. Bildung und Gesundheit sollten nicht länger vom Portmonee der Eltern abhängig sein“, betont Landesdiakoniepastor und Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. Manfred Meyer. Gerade in Bremen, wo laut dem zweiten Armuts- und Reichtumsbericht etwa ein Drittel der Kinder von Armut betroffen sind, muss der Kampf gegen die Kinderarmut höchste Priorität haben. Die Diakonie fordert eine Kindergrundsicherung, um der Armut unter den Heranwachsenden wirkungsvoll begegnen zu können. Teilhabechancen benachteiligter Kinder könnten so verbessert werden. „Um nachhaltig etwas gegen Kinderarmut tun zu können, braucht es sichere und angemessene finanzielle Rahmenbedingungen. Die Kindergrundsicherung ist ein wichtiger Grundstein“, betont Meyer. Er fordert damit einen Systemwechsel in der Familienförderung. Das bestehende Versorgungssystem aus Kindergeld, Kinderfreibeträgen, Kinderzuschlag und Hartz-IV-Regelsätzen soll durch eine Kindergrundsicherung für jedes Kind in Höhe von 573 Euro pro Kind und Monat ersetzt werden.

„Um an einer gerechteren Gesellschaft mitzuwirken, fordere ich die zukünftige Bundesregierung auf, mehr zu tun, um soziale Gerechtigkeit für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die sonst zunehmend abgehängt werden und kaum eine Perspektive haben“, so Meyer.  „Der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung und Bildung darf nicht von der Kassenlage der beiden Stadtgemeinden Bremerhaven und Bremen abhängig gemacht werden. Er gilt uneingeschränkt. Familienzentren mit Quartiersbezogenheit und ein erleichterter Zugang zu einer Ganztagsbetreuung für Kindern von Alleinerziehenden sind unabkömmlich.“
 
In Bremen gibt es bereits viele gute Einzelprojekte, die sich für den sozialen Zusammenhalt und gegen (Kinder-)Armut einsetzen. „Diese Projekte gegen Kinderarmut in den einzelnen Stadtteilen Bremens müssen verstetigt werden. Die Vernetzung zwischen den Haupt- und Ehrenamtlichen, den von Armut Betroffenen und den Hilfeträgern ist hervorragend. Diese wertvolle Arbeit muss auch zukünftig verlässlich finanziert werden und so ihre Wirkung nachhaltig entfalten können“ so Meyer.