Wir lassen uns nicht über den Tisch ziehen

06.11.2012

Der Einladung des Aktionsbündnisses „Menschenrecht auf Wohnen“ zum Offenen Treffen im Konsul-Hackfeld-Haus am Montag, 5. November 2012, sind mehr als zwanzig Menschen gefolgt. Betroffene, Interessierte und Mitglieder des Bündnisses werteten die letzte Aktion aus und planten zukünftiges Handeln.

Alle waren sich einig, dass die Aktion „Ein Karton ist keine Wohnung“  vor der Bremischen Bürgschaft  ein voller Erfolg war. Der ehemalige Quartiersmanager Tenever, Joachim Barloschky, verwies darauf, dass es gelungen sei, das Thema Wohnungsnot in die Öffentlichkeit und die Medien zu bringen. Das sei gut und müsse nun am Kochen gehalten werden, betonte er.

Das Aktionsbündnis wird sich weiterhin für das Menschrecht auf Wohnen engagieren. So waren Vertreter des Bündnisses auch am 19. Oktober bei dem Auftakt des Bündnisses für Wohnen von Bürgermeister Jens Böhrnsen dabei. „Wir möchten das Bündnis konstruktiv und kritisch begleiten“, sagte Joachim Barloschky.

Das Bündnis des Bürgermeisters wird sich im November und Dezember in Arbeitsgruppen zusammensetzen und bestimmte Themen dort vertiefen. Jeweils zwei Vertreter des Aktionsbündnisses werden bei den Arbeitsgruppen mitwirken. Eine Arbeitsgruppe soll das Thema Wohnraum für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen bearbeiten. Die zweite soll sich mit Wohnraum für Haushalte mit besonderen Schwierigkeiten am Wohnungsmarkt beschäftigen. Für die dritte wird das Thema kostengünstiges Bauen  für den Mittelstand zentral sein.

Die Arbeitsgruppen des Bürgermeisters richten ihren Blick vor allem auf zukünftige Bauvorhaben, kritisiert Joachim Barloschky. Das Thema dringend sanierungsbedürftiger Wohnungen, die als Spekulationsobjekte aufgekauft wurden und zu „Schrottimmobilien“ verrotten fehle völlig. Darauf machte das Aktionsbündnis aufmerksam. In allen Arbeitsgruppen soll dieses Thema nun aufgegriffen werden. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht über den Tisch ziehen lassen“, betonte Joachim Barloschky. Dafür könnte es auch sinnvoll sein Betroffene zu den Arbeitsgruppen mitzunehmen, die gegebenenfalls von ihren eigenen Erfahrungen berichten können.

Um die Ergebnisse der Arbeitsgruppen auszuwerten, trifft sich das Aktionsbündnis wieder am 3. Dezember. Dazu wird auch die Leiterin der zentralen Fachstelle Wohnen, Petra Kodre, eingeladen, um die Thematik Wohnungsnot aus Behördensicht zu erläutern und Fragen zu beantworten.

Außerdem ist eine Fortbildung für die Mitglieder des Bündnisses und eine weitere öffentliche Veranstaltung zum Thema „Wohnungsnot in der kalten Jahreszeit“ im Gespräch. Das soll aber genauer bei dem nächsten Offenen Treffen des Aktionsbündnisses besprochen werden.