Wohnungen statt Pappkartons - Wie die Bremer Stadtmusikanten

16.10.2012

Das vom Diakonischen Werk Bremen unterstützte Bündnis "Menschenrecht auf Wohnen" machte am Dienstag, 16. Oktober, ab 13 Uhr mit einer Aktion vor der Bürgerschaft auf die schwierige Wohnsituation in Bremen aufmerksam.

„Wohnungsnot ist nicht lustig und das sollen die Leute auch mitkriegen“, sagt Carola Schulz von der Projektgruppe Tenever in einer kurzen Rede. Mit beschrifteten und bemalten Pappkartons wurde daher eine Mauer auf dem Marktplatz errichtet, um die sich Betroffene und Unterstützer versammelten. Außerdem konnten Wohnungsgesuche ausgefüllt und an einer Wäscheleine demonstrativ aufgehängt werden. Die Thematik der Wohnungsnot sollte durch diese Aktion mehr Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit bekommen.


 „Wir sind ein Sprachrohr für die verschiedenen betroffenen Gruppen“, sagt Gudrun Steenken von der Winterkriche. Das sind nämlich nicht nur Obdachlose, sondern auch Menschen mit ausländischen Wurzeln, Studierende, Familien, Alleinerziehende und Rentner.

Der ehemalige Quartiersmanager, Joachim Barloschky, freut sich, dass so viele verschiedene Menschen zu der Aktion vor der Bürgschaft gekommen sind: „Es scheinen mehr als hundert Leute gekommen zu sein. Das finde ich schon klasse, ich bin richtig beeindruckt“. In seiner Rede betont er, dass das Bündnis die ersten Schritte der Politik in die richtige Richtung begrüßt, aber dass das nicht ausreichen kann. Ähnlich wie die Bremer Stadtmusikanten sollen sich auch Unterstützer und Betroffene zusammenschließen, um ihr Ziel zu erreichen: eine angemessene Wohnung für jeden Bewohner der Freien Hansestadt Bremen. Das vom Diakonischen Werk Bremen unterstützte Aktionsbündnis beruft sich dabei auf Artikel 14 der Bremer Landesverfassung.
Auch Landespfarrer und Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Bremen, Michael Schmidt, betont: „Wir möchten die Bürgerschaftsabgeordneten auf eine aktive Arbeit einstimmen, die sie bald leisten müssen“. Außerdem sei jeder eingeladen bei dem Bündnis mitzumachen, denn kreative und kluge Ideen werden gebraucht. 

Wie der Bremer Lokalsender buten un binnen über die Aktion berichtete, sehen Sie hier>

Das nächste offene Treffen des Aktionsbündnisses findet am
Montag, 5. November, in der Zeit von 17 bis 19 Uhr im Konsul-Hackfeld-Haus an der Birkenstraße 34 im großen Clubraum statt.

Siehe auch unter www.menschenrecht-auf-wohnen.de