Zukunft der Schlichtwohnungen

12.01.2017

Aufruf zur Teilnahme an der Bau-Deputationssitzung

Bei dem mit rund 50 Teilnehmern besonders gut besuchten Treffen des Aktionsbündnisses Menschenrecht auf Wohnen am Montag, 9. Januar, stand neben dem intensiven Gespräch mit der Leiterin des Jobcenters, Susanne Ahlers, auch die Zukunft der „Schlichtwohnungen“ auf dem Programm. Das Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen unterstützt schon lange die Bewohner und Bewohnerinnen der Gebiete an der Holsteiner Straße 165-205 a (Walle), an der Reihersiedlung (Oslebshausen) und am Sacksdamm/Alte Landwehr (Sebaldsbrück).

Bei der Bau-Deputationssitzung am Donnerstag, 19. Januar, um 15 Uhr im Haus des Reichs (Dienstsitz der Senatorin für Finanzen in Bremen), Rudolf-Hilferding-Platz, im Sitzungszimmer 208, soll es um die Zukunft eben dieser Schlichtwohnungen gehen. Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner werden an dieser Sitzung teilnehmen, in der es um ihre Zukunft geht. Das Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen ruft nun dazu auf, die Mieterinnen und Mieter zu begleiten.

Das Diakonische Werk Bremen unterstützt von Beginn an das „Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen“, in dem sich Betroffene wie Mitarbeitende unterschiedlicher Arbeitsbereiche und Institutionen zusammengetan haben, um sich mit sozialen Fragen der Stadt Bremen zu beschäftigen. „Bezahlbarer und menschenwürdiger Wohnraum ist ein Menschenrecht“, betont Manfred Meyer, Landesdiakoniepastor und Geschäftsführer des Diakonischen Werks Bremen e.V.  Gerade in Bremen, mit einer Armutsquote von fast 25 Prozent (2013), können viele Menschen die seit Jahren steigenden Mieten nicht mehr bezahlen.  „Bremen braucht dringend eine bessere, soziale Wohnungspolitik, damit jeder seinen Anspruch auf eine angemessene, menschenwürdige und bezahlbare Wohnung einlösen kann“, so Pastor Meyer. Das notwendige Tempo bei der Umsetzung sei leider immer noch nicht erreicht. „Der Wohnraum fehlt jetzt und deshalb muss auch jetzt etwas getan werden“, betont Meyer. Eine gute Möglichkeit sei der Erhalt und die Instandsetzung der sogenannten Schlichtwohnungen. „Die Menschen, die in den Schlichtwohnungen leben, möchten dort wohnen bleiben und sollten genau das auch dürfen“, so Meyer. Das gilt auch gerade für Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt schlechtere Chancen haben könnten. „Ich habe die Hoffnung, dass sich die Baudeputation daher für den Erhalt der Schlichtwohnungen aussprechen wird.“

Schließlich verstärke sich der  Verdrängungswettbewerb unter den Wohnungssuchenden, bei dem dann besonders Menschen mit sozialen Schwierigkeiten und Unterstützungsbedarfen die Verlierer sind. Gerade deshalb war für Manfred Meyer das Gespräch mit Susanne Ahlers, Leiterin des Jobcenters, am vergangenen Montag so interessant. Die rund 50 Teilnehmenden an diesem Treffen des Aktionsbündnisses, zu denen auch die Diakonie Bremen vertreten durch Landesdiakoniepastor Manfred Meyer zählten, haben sich aktiv in diese Diskussion eingebracht. „Ich erwarte, auch aufgrund dieses guten Gesprächs, dass es zu qualitativen Veränderungen in unserer Stadt kommt“, so Meyer. In dem Gespräch mit Frau Ahlers sei deutlich geworden, dass dringend mehr bezahlbarer Wohnraum in Bremen benötigt wird. „Konkret haben wir über die Möglichkeit gesprochen, Menschen, die für eine Wohnung eine Kostenübernahme brauchen, schneller eine Rückmeldung dazu zu geben, damit Vermieter die Wohnung  in der Zwischenzeit nicht anderweitig vergeben. Wir hoffen, dass eine schnellere Bearbeitung solcher Anfragen umgesetzt werden kann, da dies vielen Menschen bei dem Verdrängungswettbewerb unter den Wohnungssuchenden eine bessere Chance geben würde“, so Meyer.