Zur Situation in den evangelischen Jugendheimen während der NS-Zeit

10.05.2016

30. August 2016, 19:00 Uhr: Vortrag zu Zwangssterilisation, Aussonderung und „Ausmerze“ Bremer „Fürsorgezöglinge“



Dienstag 30. August 2016, 19:00 Uhr
Domkapitelhaus, Domsheide 8
„…körperlich und geistig im hohen Maße minderwertig!“
Zwangssterilisation, Aussonderung und „Ausmerze“ Bremer „Fürsorgezöglinge“


Von der Jugendfürsorge betreute oder in Fürsorgeheimen lebende Kinder und Jugendliche waren in hohem Maße von den Auswirkungen der nationalsozialistischen Rassenhygiene betroffen. Mit dem Ziel die „Wertvollen“ zu fördern und die „Minderwertigen“ aus der Gesellschaft auszuschließen, übernahmen die dort Beschäftigten bei der Selektion der „Zöglinge“ eine zentrale Position.
Die Bremer Kulturwissenschaftlerin Gerda Engelbracht, die im Auftrag des Diakonischen Werks, die Situation in den evangelischen Jugendheimen während der NS-Zeit erforscht, beleuchtet in ihrem Vortrag die Aspekte der Zwangssterilisation und Aussonderung.

In welchem Ausmaß waren Bremer „Fürsorgezöglinge“ von den Auswirkungen des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ betroffen? Aus welchen Institutionen kamen sie und welche Position vertraten die dortigen MitarbeiterInnen? Und was schließlich geschah mit Kindern und Jugendlichen, die als „unerziehbar“ und für die Gesellschaft wertlos eingestuft wurden?

Der Vortrag ist Teil der Begleitveranstaltungen zur Ausstellung "erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus"
Unteren Rathaushalle Bremen 3. August - 6. September 2016