Aufruf zu Menschlichkeit und Anstand

Seit mehreren Jahren geht eine Welle der Verrohung und des Egoismus durch Teile unserer Gesellschaft. Diese findet nicht nur in den Sozialen Medien statt, sondern schlägt sich auch in realen Taten nieder. Unaussprechliches Denken und Handeln finden zurück auf die politische Agenda. Dieses geschieht nicht nur kommunal oder regional sondern weltweit. Wir dachten, dass diese Art der Unanständigkeit lange überwunden wäre. Wir hätten deren Rückkehr nicht für möglich gehalten. Hass auf Andere wird geschürt. Soziale Ängste werden genutzt, um damit Propaganda gegen Fremde und Andersdenkende zu betreiben. Alle Fakten sprechen gegen die Hassverbreiter, trotzdem versuchen sie sich immer wieder Gehör zu verschaffen. Wir wollen das nicht länger hinnehmen! „Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (Art. 1 Abs. 1 GG). Das gilt ausnahmslos für alle Menschen. „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 3 Abs.3 GG).Wer sich nicht an diese Regeln hält, ist ein Feind unserer Demokratie. Solche Menschen haben weder in unseren gesellschaftlichen Bezügen noch in unseren Parlamenten etwas zu suchen! Dennoch wagen es aktiv im politischen Geschehen Tätige, die dunkelste und mörderischste Zeit unserer deutschen Geschichte als „Vogelschiss“ zu bezeichnen, die Erinnerung an die Vernichtung von Millionen Juden, Sinti, Roma, Homosexueller, Behinderter und vieler weiterer Menschen in Deutschland und in vielen anderen Ländern ins Lächerliche zu ziehen. Das Denkmal zur Erinnerung an die ermordeten Juden nennen sie ein „Denkmal der Schande“. Solche Äußerungen sind für uns unfassbar. Mit diesen gezielten Grenzüberschreitungen wollen sie das Maß an Unaussprechlichem immer weiter verschieben. Wer so agiert, befördert die Menschenfeindlichkeit und zerstört die demokratische Gesellschaft. „Das muss man doch mal sagen dürfen….“ hören wir. Nein, das darf man nicht sagen! ist unsere Antwort. Wer gegen Minderheiten hetzt, muss überall mit Gegenansprache rechnen, in der Öffentlichkeit, beim Arbeitgeber, in der Nachbarschaft, in der Straßenbahn, auf dem Fußballplatz oder in der Kneipe. Überall! Wer meint, das deutsche Volk zu vertreten, soll erkennen, dass sich das deutsche Volk zu den unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft bekennt (siehe Art.1 Abs. 2 GG).

  • Wir stehen für eine Gesellschaft der Weltoffenheit und Toleranz
  • Wir stehen für eine Gesellschaft der friedlichen und respektvollen Nachbarschaft, in der alle nach ihrer Fasson glücklich werden dürfen
  • Wir stehen für eine Gesellschaft, in der es selbstverständlich ist, dem Unrecht entgegen zu treten
  • Wir stehen für eine Gesellschaft, in der Not und Elend aktiv bekämpft werden
  • Wir stehen für eine Gesellschaft, in der Menschen an ihren Taten und nicht nach Herkunft, Hautfarbe oder Besitz beurteilt werden
  • Wir stehen für eine Gesellschaft, in der Gerechtigkeit und Menschenwürde, Freiheit und Wertschätzung unser Denken und Handeln bestimmen

Erstunterzeichner*innen: Hans-Ullrich Barde, Joachim Barloschky, Björn Becker, Dietmar Benter, Rene Böhme, Thomas Bötefür, Michaela Bötefür, Christa Brämsmann, Florian Burgsmüller, Inge Danielzick, Annette Düring, Julia Düvelsdorf, Hans-Georg Eberhard, Mathias Fiedler, Nikolai Goldschmidt, Jermaine Greene, Prof. Dr. Corinna Grühn, Ulrich M. Grützner, Dr. Helmut Hafner, Sven Hemme, Hasso Henke, Jörn Hermening, Dr. Hubertus Hess- Grunewald, Wilhelm Hinners, Prof. Dr. Marianne Hirschberg, Prof. Dr. Klaus Horneffer, Prof. Dr. Klaus Hübotter, Anja Janzen, Andreas Jonda, Andreas Kalmus-Gohr, Christian Kassens, Anne Knauf, Sandra Kock, Holger Kühl, Thorsten Lieder, Prof. Dr. Karin Luckey, Daniel Magel, Alexander Masters, Manfred Meyer, Tevhide Mutlu, Isa Nolle, Mateng Pollkläsener, Anne-Cathrin Pramann, Klaus Pramann, Rolf Prigge, Jörn Rabeneck, Rolf Reimers, Udo Richter, Mario Roggow, Dr. Henning Scherf, Uwe Schmidt, Daniel Schnier, Maren Schreier, Philine Schubert, Reiner Schümer, Till Schüssler, Dr. Jörg Sommer, Prof. Dr. Christian Spatscheck, Dr. Axel Troost, Elias Alexander Tsartilidis, Malte Völz, Olly von Raven, Tobias Scholz, Jobst von Schwarzkopf, Beate von Schwarzkopf, Christian Wechselbaum, Klaus Wedemeier, Ulrich Wentzell, Nadine Wentzell, Gerd Wenzel, Immo Wischhusen, Dr. Folkard Wittrock, Rebecca Wittrock-Rijksen, Katharina Wriedt, Mustafa Yavuz, Helmut Zachau

 

Unterstützen Sie den Aufruf !

Wenn auch Sie zu Menschlichkeit und Anstand aufrufen möchten, haben Sie hier die Möglichkeit. Unser Ziel ist es, Mitte Mai 2019 eine ganzseitige Anzeige mit dem Aufruf im Weser-Kurier zu schalten. Wir bitten Sie darum, uns zu unterstützen. Werden Sie selbst Mitzeichner*in, je mehr wir werden, desto größer wird die Anzeige und umso deutlicher wird unser Anliegen. In den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Erstunterzeichner*innen zusammengefunden, die in ihrer Vielfalt deutlich machen, dass unser Aufruf von allen demokratischen Kräften getragen wird. Viele weitere gute und wichtige Argumente und Ergänzungen wurden vorgetragen, die wir leider nicht mit aufnehmen konnten, um im Zeitplan zu bleiben und zudem den Text nicht zu überfrachten. Zur Finanzierung der Anzeige sind wir auf Spenden angewiesen.

Das Diakonische Werk Bremen e.V. hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, diese entgegenzunehmen und zu verwalten. Wenn Sie den Aufruf zu Menschlichkeit und Anstand unterstützen möchten, überweisen Sie bitte einen Betrag Ihrer Wahl (ab 1 €) unter Angabe Ihres Vor- und Nachnamens und ggf. Titels bis zum 10. Mai 2019 auf folgendes Spendenkonto:

Empfänger: Diakonisches Werk Bremen e.V.
IBAN: DE 6652 0604 1000 0640 7510 Bank: Evangelische Bank
Spendenstichwort: „Menschlichkeit wagen“ (unbedingt angeben, sonst ist die Spende nicht zuzuordnen).

Bis zu einer Grenze von 200,- € akzeptiert das Finanzamt eine Spendenausweisung in der Steuererklärung ohne gesonderte Spendenbescheinigung. Wenn Sie eine Bescheinigung wünschen, geben Sie bitte bei der Überweisung Ihre vollständigen Adressdaten an, damit Ihnen diese zugesendet werden kann. Ihre persönlichen Adressdaten werden ausschließlich zur Bescheinigung der Spende genutzt. Wenn Sie keine Bescheinigung wünschen sind diese Angaben nicht nötig. Alle Unterstützer*innen werden mit Vor- und Nachnamen in der Anzeige benannt, Zugehörigkeiten und/oder Funktionen werden in der Anzeige nicht wiedergegeben.

Wenn es Ihnen nicht möglich sein sollte, sich finanziell zu beteiligen, Sie aber trotzdem den Aufruf unterstützen möchten, sollten Sie sich unter der Email-Adresse anstand.menschlichkeit@web.de bei uns mit Ihrem Vor- und Nachnamen melden. Personen, die sich aktuell für ein politisches Amt bewerben, sollten nicht Unterzeichner*innen werden.