© Foto: Regina Bukowski /Diakonie

Durch die Qualität der Arbeit überzeugen

Landesdiakoniepastor zu Besuch bei der Christlichen Eltern-Initiative

Das Diakonische Werk Bremen e. V. der Bremischen Evangelischen Kirche organisiert und vertritt die Interessen seiner mehr als 40 selbstständigen Mitglieder, die auf allen Feldern der sozialen Arbeit tätig sind. Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V., sucht immer wieder das Gespräch mit den Vertretern und Vertreterinnen der Mitglieder, um deren Themen in die sozialpolitische Diskussion im Land Bremen einbringen zu können. Im Januar war er daher zu Besuch bei der Christlichen Eltern-Initiative (CEI).
Beim Verein CEI stehen im Sinne der christlichen sozialen Werte der Lebensschutz und das Wohlergehen von Kindern und Familien im Mittelpunkt der Arbeit. Der Grundstein des Vereins liegt in der Einrichtung eines Mutter-Kind-Hauses in Findorff im Jahr 1987, das bis heute in Bremen geführt wird. In den 90er Jahren kamen dann Kindergruppen hinzu – inzwischen gibt es an vier Standorten in Bremen Kindergruppen der CEI. „Wir sind in den letzten Jahren sehr gewachsen“, bestätigt Jutta Reiners-Schepke, Geschäftsführung der CEI, im Gespräch mit Landesdiakoniepastor Meyer. Bei einer Tasse Tee sitzen die beiden Vertreter der Diakonie in der kleinen Sitzecke im Obergeschoss des Standorts in Findorff. Dieser Raum steht stellvertretend für das Wachstum in den letzten Jahren. Früher war hier nur das Büro der Geschäftsführung untergebracht, inzwischen sitzen drei weitere Mitarbeitende in diesem Raum.

Anfang 1985 wurde über den Trägerverein Christliche Eltern-Initiative e.V. die Aktion „Recht auf Leben“ initiiert. Dies ist eine Gruppierung, die angesichts vieler Abtreibungen Frauen und Familien in Konfliktsituationen helfen sowie das Leben von Kindern vor und nach der Geburt schützen will. Die ehrenamtlich arbeitende Gruppierung bot neben der Aufklärungsarbeit auch ganz konkrete Hilfe für schwangere Frauen und Mütter mit Kindern in Not an – Hilfe, die zunehmend angenommen wurde. Während für einige der Frauen und Familien die ambulante Betreuung eine geeignete Lebenshilfe wurde, war für andere wiederum eine betreute Wohnform notwendig. Die Einrichtung eines Mutter-Kind-Hauses, 1987, war die logische Weiterentwicklung der begonnenen Arbeit. Das Haus bot damals zehn Plätze für Mütter mit ihren Kindern sowie eine Krabbelstube für die Babys.

In den folgenden Jahren folgte die Einrichtung einer Beratungsstelle für Schwangere, die Eröffnung der ersten Kindergruppe „Regenbogen“ für Kinder im Alter von eins bis sechs Jahren sowie eine Erweiterung des Platzangebotes des Mutter-Kind-Hauses auf 15 Apartments. 2006 wurde dann der Charity-Second-Hand-Laden „Find.us“ eröffnet, der bis heute erfolgreich dank des großen Engagements vieler Ehrenamtlicher läuft. Es folgten außerdem weitere Außenstellen der Kindergruppe in Walle, Findorff, Habenhausen und Vahr.

Die Arbeit der CEI wird von christlichen Grundwerten bestimmt. „Unsere Kindergruppen sind in verschiedenen, interkulturellen Stadtteilen angesiedelt. Bremen ist bunt und das ist gut so! Wir machen als Einrichtung aber durchaus auch die Erfahrung, dass sich immer mehr Menschen bewusst für eine Kita entscheiden, die wertebasiert arbeitet, so wie wir“, betont Reiners-Schepke.  Das sei wichtig für Eltern aber auch für Mitarbeitende. „Es ist schön, dass sich immer mehr Menschen nach einer sinnstiftenden Tätigkeit umsehen und nach einer Organisation suchen, die eigene Werte hat und lebt“, bestätigt auch der Landesdiakoniepastor im Gespräch. „Es muss fachlich passen und auch im Team – gemeinsame Werte sind dafür wichtig“, ergänzt Reiners-Schepke. Die CEI habe im Konzept eine christliche Haltung, Missionieren sei aber kein Thema für den Verein. „Wir wollen durch die Qualität unserer Arbeit überzeugen“, so die Geschäftsführung.
Jutta Reiners-Schepke wird die Arbeit der CEI auch in den kommenden Jahren als Leitung weiter begleiten. Ein wenig blickt sie aber auch schon in die Zukunft: „Ich habe als zweite Ausbildung Modedesign gelernt und fände es spannend, mit den Frauen aus dem Stadtteil zu nähen und Neues zu erschaffen.“ Für solch ein Projekt mit Ehrenamtlichen fehlt ihr im Moment noch die Zeit, aber eventuell gibt es in vier Jahren eine Gelegenheit – dann geht Jutta Reiners-Schepke nämlich in den Ruhestand.