Ehrenamtliches Engagement gewürdigt

Besuch von Landesdiakoniepastor Manfred Meyer und Bürgermeister Carsten Sieling im Café Mittwoch der Kirchengemeinde Horn

Bedürftige Menschen aus ganz Bremen besuchen regelmäßig das Café Mittwoch der Gemeinde Horn. Mittwochs von 10 bis 12 Uhr bietet die Gemeinde dort – organisiert von Ehrenamtlichen – die Möglichkeit, sich bei Kaffee, Tee und belegten Brötchen auszutauschen. Die rund 70 Besucher und Besucherinnen des Kaffees sind vor allem Wohnungslose, von Armut Betroffene sowie Rentnerinnen und Rentner, deren Rente nicht ausreicht. „Es gibt auch ein paar auffällige Besucher des Cafés“, sagt Susanne Meyer, Leitung Café Mittwoch. Das sei eine besondere Herausforderung für die 15 Ehrenamtlichen, die sich im Café Mittwoch engagieren.

Das bestätigt auch Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, der an diesem Mittwoch gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Sieling zur Gemeinde Horn gekommen ist, um über die Arbeit in dem Kirchencafé zu sprechen. „Es ist schon eine regelrechte Not der Ehrenamtlichen, die von der Schuldnerberatung bis zu psychischen Problemen mit allem umgehen müssen“, so Manfred Meyer. Deshalb sei es wichtig, die Ehrenamtlichen in ihrer Arbeit professionell zu begleiten und zu unterstützen.

Kirche und Diakonie haben für die mehr als zehn Kirchencafés in allen Stadtteilen Bremens eine erste Initiative gestartet, indem eine selbst finanzierte Koordinierungs-Stelle mit fünf Stunden pro Woche geschaffen wurde, die die Caféarbeit begleitet. „Wir brauchen eine Vernetzung der bestehenden Angebote und eine Unterstützung in der Fortbildung der Ehrenamtlichen – und dafür auch größere personelle Ressourcen“, so Manfred Meyer. Das bestätigt auch Susanne Meyer, die sich vor allem mehr Unterstützung durch die Politik wünscht – und sich deshalb besonders über den Besuch des Bürgermeisters freut.

Carsten Sieling hört aktiv zu, interessiert sich für die Situation der Ehrenamtlichen und der Besucher und Besucherinnen des Cafés. Viele von ihnen besuchen an jedem Tag der Woche ein anderes Café, durchqueren dafür zu Fuß oder mit der Straßenbahn die ganze Stadt. „Die Verdrängung aus der Bahnhofsregion führt dazu, dass die Menschen mehr nach außen in die Stadtteile gehen“, so Manfred Meyer. Auch, wenn Sicherheit am Bahnhof ein wichtiges Thema sei, sei es ebenso wichtig, für Wohnungslose entsprechende Angebote zu schaffen. Es brauche Schließfächer, Toiletten, Frischwasserzugang und Überdachungen für Wohnungslose, konkretisiert Susanne Meyer.    

Im gemeinsamen Gespräch werden Ideen gesammelt und Lösungsansätze diskutiert. Der Bürgermeister betont, dass eine Vernetzung von verschiedenen Angeboten und eine feste Struktur hilfreich sein könnte. Diesen Gedanken nehmen alle Beteiligten aus dem Gespräch mit. Dieses ist dann aber abrupt zu Ende, denn das Café Mittwoch öffnet um punkt zehn Uhr seine Türen. Natürlich möchten der Landesdiakoniepastor und der Bürgermeister auch tatkräftig mithelfen und teilen gerne Brötchen an die Besucherinnen und Besucher aus – kommen mit den Anwesenden ins Gespräch.

„Wir als Diakonie werden auch zukünftig die wichtige ehrenamtliche Arbeit der Cafés unterstützen und freuen uns, wenn auch die Politik dieses Thema in den Blick nimmt“, so das Fazit des Landesdiakoniepastors.