Deutschland und die EU müssen auch Flüchtlinge vor der Bedrohung durch das Coronavirus schützen

Räumung der Flüchtlingslager in Griechenland nötig / drohende Gefahr durch Coronavirus macht schnelles Handeln erforderlich

Das EU-Parlament hat wegen der drohenden Gefahr durch das Corona-Virus die Räumung der Flüchtlingslager in Griechenland gefordert. Dem schließt sich auch die Diakonie Deutschland und die Diakonie Bremen an. Bisher gibt es noch keinen bestätigten Corona-Fall in den Lagern. Wenn das Virus dort jedoch grassiert, ist vor dem Hintergrund unbehandelter chronischer Vorerkrankungen vieler Flüchtlinge und der fehlenden medizinischen Versorgung sowie schlechten Hygienestandards in den Lagern mit vielen Toten zu rechnen.

„Die Flüchtlingslager in Griechenland müssen angesichts der drohenden Gefahr durch das Corona-Virus geräumt werden. Ich begrüße die Forderung der EU-Parlaments sehr und bin zuversichtlich, dass wir auch in Deutschland geflüchtete Menschen aufnehmen können. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist sehr groß - das erlebe ich gerade in den letzten Wochen der Corona-Krise deutlich“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. 

In den Lagern auf den griechischen Inseln leben etwa 40.000 Asylsuchende und bereits anerkannte Flüchtlinge. Deutschland hat sich für eine europäische Lösung zur Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge eingesetzt. Verabredet wurde, dass EU-weit bis zu 1.600 Kinder und Jugendliche aus den griechischen Flüchtlingslagern aufgenommen werden. Darauf hatten sich Mitte März die EU-Innenminister verständigt. Neben Deutschland gehören Frankreich, Irland, Finnland, Portugal, Luxemburg und Kroatien zu den aufnahmebereiten Ländern.

„Dies ist ein wichtiger Schritt und er muss jetzt schnell umgesetzt werden. Gerade für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gibt es in Bremen in den Jugendhilfeeinrichtungen auch Plätze. Die Diakonie Bremen wird die Aufnahme unterstützen“, so Landesdiakoniepastor Manfred Meyer.