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Arbeiten in der Diakonie

Gleichstellung bedeutet Gerechtigkeit

Warum Gleichstellung uns alle etwas angeht!

Gleichstellung ist ein Thema, das uns alle was angeht. Klar, diesen oder ähnliche Begriffe hört man immer wieder in verschiedenen Bereichen des Lebens. Doch was ist damit überhaupt gemeint? Und, betrifft mich das Thema vielleicht sogar selbst? Gleichstellung, Chancengleichheit, Gleichberechtigung… Das alles hängt irgendwie zusammen. Damit können ganz verschiedene Menschen und Bevölkerungsgruppen gemeint sein. Es geht um verschiedene Geschlechter, um Menschen mit Erkrankung oder Behinderung oder Menschen mit Migrationshintergrund. Lasst uns mal genau schauen, warum das Thema Gleichstellung eigentlich so wichtig ist!

"Hallo, ich bin Pastor Manfred Meyer. Ich möchte mit dir über Gleichstellung sprechen. In meinem Alltag und auch bei uns in der Diakonie Bremen ist das ein wichtiges Thema. Bestimmt bist du ihm auch schon einmal begegnet und hast dich vielleicht gefragt, was das eigentlich bedeutet. Lass uns drüber sprechen!"

 

Gleichstellung meint, vereinfacht gesagt, eben genau das: Dass alle Menschen gleich viel wert sind, gleiche Chancen haben sollen und deshalb auch gleich behandelt werden müssen. Das gilt nicht nur theoretisch, sondern ganz real im Alltag und damit auch im Job. Das klingt natürlich alles erstmal gut und einleuchtend, aber wie kann Gleichstellung im Arbeitsleben aktiv umgesetzt werden?

 

„Gleichstellung bedeutet Gerechtigkeit.“ - Mirjam Roller, Gleichstellungsbeauftragte Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.

Wir begegnen täglich, egal ob privat oder bei der Arbeit, ganz verschiedenen Charakteren. Der 82-jährige Nachbar Wolfgang von gegenüber, der früher bei der Bank gearbeitet hat, hat zum Beispiel einen ganz anderen Lebensweg als die 34-jährige Fachkraft Manuela, die in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen beschäftigt ist. So unterschiedlich wie wir alle sind, so unterschiedlich sind auch unsere Ansichten und Erfahrungen. Und genau das ist wichtig!

 

 

"Warum gibt es überhaupt diesen Machtunterschied? Strukturen müssen hinterfragt und geändert werden, damit niemand zurückgelassen wird." - Ernesto Che Wiafe, Mitarbeitendenvertretung Petri und Eichen

Gleichstellung in allen Lebensbereichen

Wenn alle die gleichen Chancen haben, sich zu beteiligen und einzubringen, bringt das eine Vielfalt von Blickwinkeln und Perspektiven. Das ist nicht nur im Sportverein oder im Kegelclub spannend, sondern auch ganz besonders bei der Arbeit. Neue Sichtweisen können dabei helfen, Strukturen zu verändern und zum Beispiel auf Leitungsebene neue und andere Entscheidungen zu treffen. Nur so kann im Team oder in der Einrichtung ein passendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden geschaffen werden.

„Personelle Diversität ist in unserer stark diversifizierten Gesellschaft ein wichtiges Qualitätsmerkmal.“ - Dr. Silke Betscher, Projektleitung Interkulturelle Öffnung und Diversität, Diakonie Bremen

Das ist im Gleichberechtigungsgrundsatz sogar schriftlich festgelegt. Arbeitgebende müssen sich für Gleichstellung und gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz einsetzen. Damit sind nicht nur Mann und Frau, sondern zum Beispiel auch alle Geschlechter, Herkunftsorte und Religionen gemeint. Das gilt natürlich auch für uns als Diakonie. Wir stehen in unseren Grundsätzen für Nächstenliebe und bieten Unterstützung für alle, die Hilfe benötigen. Deshalb ist es uns ein Anliegen, auch beim Thema Gleichstellung aktiv zu sein.

Wir setzen uns Ziele

Dafür wird bei uns immer wieder für das Thema sensibilisiert und über Strategien nachgedacht, die Gleichstellung für alle möglich machen. Die Diakonie Deutschland hat das ganz konkret in ihrem Gleichstellungsatlas von 2019  behandelt und gemeinsame Ziele und Maßnahmen festgelegt. So soll die Vielfalt gefördert und die unterschiedlichen Lebenssituationen der Mitarbeitenden in der Diakonie berücksichtig werden.

 

 

Natürlich lässt sich nicht alles von heute auf morgen ändern, das wäre zwar schön, aber leider trotz aller Anstrengung unmöglich. Deswegen ist es wichtig, „dran zu bleiben“ und immer wieder auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn Gleichstellung ist ein Prozess, der durch alle Ebenen des Unternehmens gehen muss. Dafür braucht es Zeit und vor allem die Bereitschaft, etwas zu ändern.

Was in der Diakonie zum Thema Gleichstellung passiert

Wir als Diakonie Bremen haben dazu zum Beispiel eine Umfrage unter einigen unser Mitgliedseinrichtungen durchgeführt. Zwar gibt es auch bei uns noch Handlungsbedarf, aber über die Hälfte der befragten 25 Einrichtungen haben uns berichtet, dass in ihren Gremien mindestens genauso viele, oder sogar mehr Frauen als Männer sitzen. Diese positive Tendenz wollen wir weiterhin verstärken und verfolgen.

Außerdem gibt es bei uns eine Mitarbeitervertretung, bei der unsere Mitarbeitenden zu Wort kommen und sich mit einbringen können. Die Mitarbeitervertretung nimmt sich unter anderem auch dem Thema Gleichstellung an. In unseren Einrichtungen und zum Beispiel in Stellenanzeigen und online achten wir darauf, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. So werden alle angesprochen, ohne dass sich jemand ausgeschlossen fühlt. Von der Diakonie Deutschland soll es außerdem ab 2021 einen Selbsttest zur Vielfalt im Unternehmen geben, bei dem Einrichtungen Tipps und Hinweise für konkrete Maßnahmen entdecken können.

 

Das klingt alles erstmal sehr theoretisch, wird aber im gelebten Alltag mit der Zeit ganz selbstverständlich. Denn - jeder Mensch ist anders, und das ist auch gut so. Das möchten wir als Diakonie unterstützen.

 

Und du so? Sag uns, was du denkst!

Bist du in deinem Alltag oder im Job schon mal über den Begriff gestolpert? Hast du dir vielleicht selbst sogar schon Gedanken dazu gemacht? Komm mit uns ins Gespräch. Wir sind gespannt auf deine Erfahrungen und Erlebnisse. Vielleicht hast du sogar Ideen, wie man Gleichstellung noch besser umsetzen kann? Lass es uns wissen - wir freuen uns darauf!