© Foto: Diakonie / Kathrin Harms

Internationaler Kindertag
Der Kampf gegen Kinderarmut muss höchste Priorität haben.

Internationaler Kindertag am 1. Juni

Kampf gegen Kinderarmut muss höchste Priorität haben

Leben in Armut bedeutet materielle und auch soziale Ausgrenzung. In Bremen sind laut dem zweiten Armuts- und Reichtums-Bericht etwa ein Drittel der Kinder und ein Viertel der Erwachsenen von Armut betroffen.

Die Unterstützung von Alleinerziehenden und Familien mit mehreren Kindern und somit der Kampf gegen Kinderarmut muss höchste Priorität haben. Ein Aufwachsen in Armut belastet Eltern und Kinder, denn es geht oft mit beengtem Wohnraum und wenig Geld für gesundes Essen, Hobbies oder gar Urlaub einher. Fast jede dritte Familie mit einem minderjährigen Kind hat nur einen Elternteil. Mehr als die Hälfte dieser alleinerziehenden Mütter und Väter ist auf Grundsicherung angewiesen. Alleinerziehende stehen vor ganz besonderen Herausforderungen – denn alleinerziehend heißt auch alleinverdienend. Die Zahl der Frauen, bei denen Einkommen – gerade in Teilzeit – und Sozialleistungen nicht ausreichen, um Armut zu verhindern, wird zunehmend größer.

„Es ist die Aufgabe des Sozialstaates, soziale Gerechtigkeit herzustellen. Als Diakonie fordern wir, dass das gute Aufwachsen von allen Kindern und Jugendlichen in unserer Gesellschaft Priorität hat“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. Alle Kinder und Jugendlichen sollen die gleiche Chance haben, gut aufzuwachsen und gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dazu gehört eine gute öffentliche Infrastruktur in Bremen – mit Kita-Plätzen, Schwimmbädern, Stadtbibliotheken und auch einer guten digitalen Ausstattung. „Die aktuelle Krise zeig deutlich, dass die Digitalisierung im Bereich der Schulen noch weiter ausgebaut werden muss. Dazu gehört neben der Bereitstellung von Laptops auch das Entwickeln entsprechender Lernkonzepte, die alle beteiligen. Die Armut der Eltern darf nicht zur Bildungsbenachteiligung der Kinder führen“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer.

Auch finanziell sei nachzubessern. Die Diakonie Bremen setzt sich für eine Kindergrundsicherung ein, die alle existenzsichernden Hilfen für Familien und Kinder in einer Leistung zusammenfasst – also konkret das Ersetzen des Versorgungssystems aus Kindergeld, Kinderfreibeträgen, Kinderzuschlag und Hartz-IV-Regelsätzen durch eine Kindergrundsicherung für jedes Kind in Höhe von 573 Euro pro Kind und Monat. „Nur so kann der Kinderarmut in Bremen, wo ein Drittel der Kinder aktuell von Armut betroffen ist, dauerhaft wirksam etwas entgegengesetzt werden.“


Text: Regina Bukowski