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Tag der Familie
Kitas geschlossen, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit: Gerade in der Corona-Krise brauchen arme Menschen und Familien besondere Unterstützung. Die Diakonie Bremen fordert, die Interessen von Familien stärker zu berücksichtigen.

Internationaler Tag der Familie

Gerade in der Corona-Krise brauchen arme Menschen und Familien besondere Unterstützung

Die Corona-Krise hat unser aller Alltag auf den Kopf gestellt. Doch besonders für arme Menschen und Familien bringt die aktuelle Situation besondere Herausforderungen mit sich: Schule findet überwiegend Zuhause statt, die Kitas sind geschlossen – dazu kommt Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und das fehlende Essen in Kita und Schule. Die Diakonie Bremen fordert anlässlich des Internationalen Tags der Familie (15. Mai), dass die Interessen von Eltern und Kindern stärker berücksichtigt werden.

„Es ist gut, dass nun unter Berücksichtigung aller Schutzmaßnahmen die Kinder wieder an einzelnen Tagen zur Schule oder Kita werden gehen können*. Trotzdem ist es wichtig, auf Bundes- und Länderebene die Interessen von Familien noch stärker in den Blick zu nehmen“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. Es sei wichtig, dass unser Sozialsystem jetzt angemessene Lösungen für Familien und arme Menschen anbietet. Die Diakonie Deutschland fordert in diesem Zusammenhang einen Krisenzuschlag von 100 Euro für Alleinstehende, 90 Euro für zusammenlebende Erwachsene und 80 Euro pro Kind – dieser Forderung schließt sich die Diakonie Bremen an. „Soforthilfen für Wirtschaft und Beschäftigte sind wichtig und richtig. Aber es muss auch einfach zu erreichende Unterstützungsleistungen für Familien geben, die gerade vieles auf einmal bewältigen müssen“, so Meyer.

Einkommensarme Menschen und Familien geraten in der Krise besonders schnell in existenzielle Notlagen. Eine besondere Herausforderung in der aktuellen Situation ist das Homeschooling. Hier braucht es eine technische Ausstattung, deren Zusatzkosten für viele nicht so einfach zu schultern ist. Es besteht hier die Gefahr, dass Kinder aus ohnehin benachteiligten Familien abgehängt werden und sich die Bildungsbenachteiligung noch weiter verfestigt.

„Die Armut der Eltern darf nicht zur Bildungsbenachteiligung der Kinder führen – Wir dürfen Familien und Kinder nicht im Stich lassen. Die aktuelle Krise zeig deutlich, dass die Digitalisierung im Bereich der Schulen noch weiter ausgebaut werden muss. Dazu gehört neben der Bereitstellung von Laptops auch das Entwickeln entsprechender Lernkonzepte, die alle beteiligen“, betont Meyer. Die Diakonie Bremen bittet die Landesregierung, die besondere Situation von Familien in dieser Krisenlage weiter im Blick zu behalten und die Interessen von Eltern und Kindern noch stärker zu berücksichtigen. „Wir brauchen schnelle Krisenhilfen für arme Menschen und Familien – und das jetzt!“

 

 

* Grundschüler sollen vom 18. Mai an wieder in die Schule gehen können. Für die Schüler von weiterführenden Schulen wird noch ein Plan entworfen. Die Notbetreuung soll ausgeweitet werden. Ab 1. Juni sollen alle Vorschulkinder wieder in die Kitas kommen können.



Text: Regina Bukowski