Mitwirkung spornt an

Wenn Mitarbeitende sich nicht beteiligt fühlen, leidet die Motivation. Die Diakonie Bremen bindet die Beschäftigten in Entscheidungen ein und steigert so die Arbeitsmoral.

Gute Kommunikation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und von existenzieller Bedeutung für jedes Unternehmen. Am Anfang der Überlegungen zur Verbesserung der internen Kommunikation bei der Diakonie Bremen standen Erfahrungen mit regelmäßigen Besprechungen, in denen Teilnehmende quer durch alle Fachbereiche zwar viele Themen basisdemokratisch erörterten, aber kaum Entscheidungen trafen. Eine Vereinbarung gemeinsamer Ziele erreichten die Beteiligten deshalb eher selten.
Die nicht besonders stark ausgeprägte interne Kommunikation hat die Diakonie Bremen seitdem mithilfe verschiedener Instrumente erweitert. Ziel war es, die Mitarbeitenden so umfassend wie möglich zu informieren und zu beteiligen. Denn oft möchten Mitarbeitende mehr wissen als das, was sie unmittelbar zur Ausführung ihrer Arbeit benötigen. Kennen Mitarbeitende Unternehmensziele und -zusammenhänge, können sie ihre eigene Sichtweise in Kommunikationsprozessen einbringen und engagierter arbeiten.
Als die basisdemokratischen Diskussionen wegfielen, empfanden viele Mitarbeitende diese Veränderung zunächst als einschränkend und weniger beteiligungsorientiert, da nicht mehr jeder zu allem befragt wurde.
Dies änderte sich aber mit der Zeit, denn die mittlerweile etablierten Dialogmöglichkeiten wie monatliche Mitarbeiterversammlungen, Mitarbeitergespräche, Teambesprechungen und Meetings, in denen es vorrangig um die persönliche Begegnung geht, erleben die Mitarbeitenden nun als überwiegend hilfreich und motivierend. So wird jetzt zum Beispiel in der Leitungsrunde und der Dienstbesprechung die Umsetzung der vom Verwaltungsrat beschlossenen Strategie für den Landesverband gemeinsam erarbeitet.
Inzwischen haben wir mit der Vernetzung dieser einzelnen Tools ein geregeltes Maß an Transparenz, Beteiligung und Information erreicht und kommunizieren aufgrund der Kultur und kleinen Größe des Landesverbands überwiegend mündlich in Dienst- und Teambesprechungen sowie Leitungsrunden. Ergänzend verwenden wir digitale Kommunikation mit Mails oder Newslettern. Ein Intranet, das Themen und Hinweise strukturiert, erleichtert den Informationsaustausch. Printprodukte verwenden wir ausschließlich für die externe Kommunikation.
In Jour fixe-Gesprächen zwischen Vorstand und Fachbereichen oder Stabstellen werden gemeinsam Ideen entworfen, die die Verantwortlichen dann in der Leitungsrunde, der Fachbereichsrunde oder später in Dienstbesprechungen weiter entwickeln. Selbstverständlich sind auch die Impulse aus den einzelnen Fachbereichen für die Ausrichtung der Strategie wichtig. Ihre Aufnahme sorgt beim Landesverband für eine höhere Qualität der Dienstleistungsangebote. Die Beteiligung führt nicht nur zu einer Bündelung von Kompetenzen, sondern auch zur Identifikation der Mitarbeitenden mit den gemeinsam erarbeiteten Zielen. Strategische Überlegungen und Entscheidungen von Verwaltungsrat und Vorstand werden in Besprechungen ebenso kommuniziert wie der Wirtschaftsplan. Dadurch schärft sich bei allen Verantwortlichen der Blick für das große Ganze und Mitarbeitende können ihre Sichtweisen und Anregungen einbringen. All das trägt letztendlich auch zur gegenseitigen Wertschätzung bei, die die Basis für ein gesundes Arbeitsklima ist.
So tragen alle Beteiligten zur deutlichen Weiterentwicklung des Landesverbands bei. Zufriedene und motivierte Mitarbeitende sind leistungsbereiter, stehen dem Unternehmen loyal gegenüber und identifizieren sich mit ihm. Das wirkt sich positiv auf die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden und die Erreichung der Unternehmensziele aus.

 

Text aus Wohlfahrt intern 3/2019