Corona-Pandemie darf nicht zur Ausbildungskrise werden

Diakonie Bremen nimmt in allen Bereichen noch Bewerbungen an

Die Corona-Pandemie gefährdet Ausbildungsplätze. Erste Zahlen machen deutlich, dass aufgrund der Corona-Krise weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen und junge Menschen vermehrt Absagen erhalten. Mit dem in dieser Woche im Bundestag verabschiedeten Nachtragshaushalt soll auch das geplante Förderprogramm "Ausbildungsplätze sichern" finanziert werden. Ziel ist, die Zukunft von Auszubildenden unter anderem auch in den Gesundheits- und Sozialberufen zu sichern.

„Trotz der Corona-Ausbildungsprämie, die Betriebe, die trotz Krise ihr Ausbildungsengagement beibehalten oder steigern, belohnen soll, ist deutschlandweit ein Rückgang von Ausbildungsverträgen zu verzeichnen. Deshalb ist die geplante Förderung der Ausbildung in kleineren und mittleren Betrieben (KMU) richtig und wichtig“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V.

Es sei wichtig, dass sich die Corona-Krise nicht zur Ausbildungskrise entwickle. „Sicher sind durch den Shutdown der Schulen viele verunsichert gewesen, wie es weitergeht und haben ihre Bemühungen um einen Ausbildungsplatz vernachlässigt. Leider haben auch Ausbildungsbetriebe teilweise ihre Ausbildungskapazitäten reduziert. „Ausbildung darf nicht zu einem Risikofaktor werden“,  so Meyer, „denn wenn jetzt nicht ausgebildet wird, werden wir es in wenigen Jahren in allen Bereichen deutlich spüren“.  

Eine Ausbildungsstelle zu finden ist in der aktuellen Situation für junge Menschen mit einem Haupt- und Förderschulabschluss besonders schwierig. „Ausbildungsangebote müssen im sozialen Bereich und auch im Handwerk gesichert und gegebenenfalls ausgebaut werden, verbunden mit individueller Unterstützung für benachteiligte Jugendliche. Junge Menschen dürfen durch die Corona-Krise auch jetzt nicht den Anschluss verlieren“, so Meyer.

Die Diakonie Bremen bittet die jungen Menschen und auch deren Eltern sich spätestens jetzt mit den Möglichkeiten einer Ausbildung zum Beispiel in der Pflege auseinanderzusetzen und die Mitgliedseinrichtungen bieten wie in den Vorjahren viele Ausbildungsplätze an - oder auch als Alternative und Überbrückung einen Freiwilligendienst (FSJ, BFD, FÖJ). „Wir nehmen in all unseren Bereichen noch Bewerbungen an – für Ausbildungen ebenso wie für einen Freiwilligendienst“, betont Meyer.