Wohnungsnot

Zur Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken

Diakonie Bremen warnt vor weiterer Benachteiligung Bedürftiger

Der gestrige Bund-Länder-Beschluss (19.01.2021) kündigt das Tragen von medizinischen Masken im Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr an. „Dass medizinische Masken einen besseren Schutz gewähren, steht außer Frage. Bei ansteckenderen Virusmutationen müssen auch die Masken besser sein. Wir als Diakonie Bremen wollen aber daran erinnern, dass sich nicht alle Menschen solche Masken leisten können. Zumal diese Masken häufig gewechselt werden müssen, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen“, mahnt Manfred Meyer, Landesdiakoniepastor und Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. 

In der Pressekonferenz mit Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte im Anschluss an die Bund-Länder-Gespräche gestern Abend sprach der Bürgermeister bereits an, die Situation von Menschen, die Transferleistungen empfangen, in Bezug auf die Kosten für medizinische Masken im Senat in den Blick zu nehmen und hier nach Lösungen zu suchen. „Das ist ein wichtiger Aspekt, doch die Problematik der hohen Kosten für medizinische Masken betrifft auch zum Beispiel obdachlose Menschen, die hier unbedingt vom Senat in den Blick genommen werden müssen“, erinnert Meyer.

Auch Menschen, die auf der Straße leben, nutzen öffentliche Verkehrsmittel (aktuell auch zum Aufwärmen dank des guten Angebots der BSAG) und den Supermarkt. Deshalb fordert die Diakonie Bremen vom Land Bremen, für bedürftige und einkommensarme Menschen - wie Hartz-IV-Empfängern oder Wohnungslose - medizinische Masken kostenlos zur Verfügung zu stellen oder einen finanziellen Ausgleich zu gewähren. „Alles andere wäre eine starke Benachteiligung und ein gesundheitliches Risiko für die Betroffenen“, so Meyer.

Im Moment werden Obdachlose durch soziale (oft auf Spenden angewiesene) Organisationen mit Masken versorgt – so zum Beispiel bei den Angeboten der Diakonie oder in Kirchencafés. „Wir sind allen Spendern und Spenderinnen dankbar, die unsere Corona-Nothilfe für wohnungslose und arme Menschen unterstützen. So konnten wir zuletzt auch den Kirchencafés für ihre Essensausgabestellen erneut FFP2-Masken zur Verfügung stellen. Dennoch sehen wir es als Aufgabe des Sozialstaats, soziale Gerechtigkeit herzustellen und den Menschen das Nötigste zur Verfügung zu stellen. Im Moment, in dieser Pandemie, sind das medizinische Masken“, so Meyer.