Unsere Mitglieder FSJ, BFD und FÖJ

Freiwilliges Soziales Jahr bei der Bahnhofsmission

Interview mit Marja Spillner

Wieso wollten Sie ein FSJ absolvieren?

Ich habe mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr angefangen, um die Zeit zwischen meinem Schulabschluss und der Berufsausbildung zu überbrücken. Ich war bereits mit 17 Jahren fertig mit der Schule und musste mir erst einmal klar werden, welche der vielen Ideen ich umsetzen und wo ich meine Ausbildung absolvieren möchte.

Weshalb haben Sie sich für die Diakonie Bremen entschieden?

Insgesamt habe ich mich bei drei verschieden Trägern beworben. Als ich mich beim Diakonischen Werk vorgestellt habe, wurde mir die Bahnhofsmission als mögliche Einrichtung für mein FSJ vorgeschlagen. Daraufhin habe ich mich über diese informiert und mir nach dem Probearbeiten gedacht: Wieso eigentlich nicht?

Was ist das Besondere an Ihrer Einsatzstelle?

Ich arbeite bei der Bahnhofsmission. Wir haben ein sehr gutes Arbeitsklima und verstehen uns alle gut miteinander. Auch zu meiner Chefin habe ich eine sehr gute Beziehung und wir können offen über alles sprechen. Dadurch fällt mir die häufig nicht ganz einfache Arbeit leichter.

In Ihrer Einrichtung sind Sie auch mit den Thema der Flucht und Wohnungsnot konfrontiert. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht?

In die Bahnhofsmission kommen verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Geschichten. Diese erzählen die Besucher mir auch. Außerdem wird man mit ganz existenziellen Nöten konfrontiert. Bei uns können sie einen Kaffee oder Tee trinken, sich aufwärmen und über ihre Probleme sprechen. Wir versuchen ihnen dann, im Rahmen unserer Möglichkeiten, zu helfen.

Was nehmen Sie persönlich für sich mit?

Seitdem ich hier arbeite, weiß ich mein Leben mehr zu schätzen. Ich erfreue mich mehr an den Kleinigkeiten des Lebens. So ist es zum Beispiel nicht mehr selbstverständlich für mich, ein Dach über dem Kopf zu haben. Mir fällt es auch leichter, offen auf Menschen zuzugehen. Für mich ist die Bahnhofsmission mein zweites Zuhause geworden. Nach meinem FSJ plane ich, mich weiter Ehrenamtlich für die Bahnhofsmission zu engagieren.

Was würden Sie jungen Menschen, die überlegen ein FSJ zu absolvieren, mit auf den Weg geben?

Durch ein FSJ hat man die Chance, viele neue Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen zu sammeln. In diesem Jahr kann man sich orientieren und entscheiden, welchen beruflichen Weg man nehmen möchte. Es ist zwar viel Arbeit, die auch anstrengend sein kann, aber sie zahlt sich durch einen großen Erfahrungsschatz, den man dazu gewinnt, wieder aus.

Foto und Text: Annika Grüll