Obdachlose nicht erfrieren lassen

Diakonie fordert vom Land Bremen mehr Wohnungen für Wohnungslose

Nun beginnt offiziell die Adventszeit. Das lässt uns auch die Temperatur spüren, die nachts in den Minusbereich sinkt. Die Autos müssen morgens freigekratzt werden oder Schal, Mütze und Handschuhe kommen auf dem Fahrrad wieder zum Einsatz. Besonders hart sind die sinkenden Temperaturen aber für Menschen, die obdachlos in unserer Stadt sind. Über die genaue Zahl der Obdachlosen in Bremen gibt es nur Schätzungen. Demnach leben zwischen 500 und 600 Menschen** in Bremen auf der Straße, machen „platte“. Je kälter es wird, desto lebensbedrohlicher wird die Situation für diese Bremerinnen und Bremer.


„Es gibt viele wichtige Projekte in Bremen, wie Notunterkünfte, die Suppenengel oder auch das alljährliche Angebot der BSAG Wohnungslose zum Aufwärmen kostenlos mitfahren zu lassen. Das sind aber gewissermaßen nur Pflaster für ein großes Problem, das grundsätzlich gelöst werden muss“, so Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V.


Nach Angaben der Zentralen Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziale Dienste der Stadt Bremen* werden derzeit insgesamt 108 Notunterkünfte in vier Einrichtungen freier Träger sowie 230 Plätze in so genannten Einfachhotels gewerblicher Anbieter vorgehalten. Diese 338 Plätze in Notunterkünften reichen aber für die 500 bis 600 Menschen, die in Bremen obdachlos sind, bei weitem nicht aus. Außerdem kann eine Unterbringung in einer Notunterkunft nur für eine begrenzte Zeit in Anspruch genommen werden. Besser wären daher mehr Angebote von abgeschlossenen Wohnungen, die speziell für Wohnungslose (die sonst Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt haben aber in einer Wohnung leben könnten) vorgesehen sind.


„Wir brauchen dringend mehr Wohnungen für Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt Schwierigkeiten haben, eine Wohnung zu bekommen“, fordert Meyer. Die immer stärker zunehmende Wohnungsnot in Bremen, die besonders hart Menschen in wirtschaftlichen Notlagen und schwierigen persönlichen Lebensumständen trifft, verhindert, dass alle Menschen in Bremen ihren Anspruch, ihr Menschenrecht auf eine angemessene Wohnung einlösen können.


„Menschen in schwierigen Lebensumständen sind besonders von Armut und Wohnungslosigkeit bedroht. Es ist die Aufgabe des Sozialstaats, soziale Gerechtigkeit herzustellen und den Menschen das Nötigste –wie bezahlbaren Wohnraum – zur Verfügung  zu stellen“, betont Meyer. Daher fordert das Diakonische Werk vom Land Bremen, dass gerade für diese Zielgruppen jetzt Wohnungen zur Verfügung gestellt werden, damit die Situation in der kalten Jahreszeit nicht lebensbedrohlich wird.  

 

Quellenangaben der angegebenen Zahlen:

*https://www.service.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen128.c.242914.de
**https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/obdachlos-eu-100.html