Coronakrise Pflege und Leben im Alter

Pflegende Angehörige bei Impfstrategie nicht vergessen

Neben älteren Menschen und Pflegekräften sollten auch pflegende Angehörige bei der ersten Phase der Corona-Impfungen berücksichtigt werden

Die Bundesregierung will die Impfung gegen das Coronavirus per Verordnung regeln. In Bremen wird aktuell das Impfzentrum in der Halle 7 der Messe Bremen aufgebaut. Bis zu 1.500 Menschen sollen bald täglich auf der Bürgerweide gegen Corona geimpft werden. Parallel dazu soll es auch in der Stadthalle Bremerhaven losgehen. Da in der Anfangszeit allerdings voraussichtlich nur ein sehr begrenzter Vorrat an Impfdosen zur Verfügung stehen wird, plant auch Bremen zunächst nur Personen aus Risikogruppen zu impfen – wobei voraussichtlich ein Schwerpunkt auf den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen liegen soll.  

„Es ist richtig, Menschen, die aufgrund des hohen Alters ein deutlich höheres Risiko haben, bei einer Corona-Infektion schwer zu erkranken und zu sterben, zuerst zu impfen – und ebenso die engagierten Mitarbeitenden im Gesundheitswesen, die sie betreuen. Bei der Impfstrategie dürfen wir aber auch nicht die große Zahl der pflegenden Angehörigen vergessen. Angehörige, die mit einem pflegebedürftigen oder behinderten Menschen zusammenleben und mit ihm zur Impfung kommen, müssen gleich mitgeimpft werden“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. Das Netz der sorgenden Familien trage in diesen Tagen eine große Last, die mit Hilfe von Impfungen ein wenig reduziert werden könne.

Eine weitere Gruppe, die die Diakonie Bremen in den Fokus der Impfstrategie rücken möchte, sind Menschen, die in Einrichtungen leben, wo Abstand und Quarantäne nur schwer zu realisieren sind. „Gemeinschaftseinrichtungen für Menschen mit Behinderung, Frauenhäuser, Wohnheime für Obdachlose oder Geflüchtete, aber auch die stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sollten frühzeitig in das Impfprogramm aufgenommen werden“, betont Meyer. „Die Einrichtungen tun ihr Möglichstes, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Gleichzeitig gibt es in Gemeinschaftseinrichtungen ein hohes Infektionsrisiko und durch die Maßnahmen gleichzeitig eine große Isolation. Impfungen bedeuten für diese Personengruppen wieder ein Mindestmaß an Teilhabe. Deshalb sollten auch sie in einer Impfstrategie berücksichtigt werden.“