Garten der Kulturen

Vorstellung einer Ehrenamtlichen

Redakteur Heiner Brünjes von der Freiwilligenagentur hat sich mit Frauke Baum getroffen, die im Diakonie-Projekt "Sprachtreff: Garten der Kulturen" aktiv ist. Und darum geht es: Der Sprachtreff ist ein Angebot für Menschen, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist. Sie haben dort die Gelegenheit, in angenehmer Atmosphäre auf Deutsch miteinander zu sprechen. Durch Übungen und Gespräche können die Kenntnisse spielerisch gefestigt und erweitert werden. Hin und wieder gibt es auch Grammatik- und Wortschatzübungen. Wöchentlich treffen sich zwei Gruppen: Eine reine Frauengruppe und eine gemischte.

Frauke Baum: "Ich bin vor rund einem Jahr aus dem Schuldienst ausgeschieden und in Rente gegangen. Mir ging es gut, und ich wollte etwas mit Menschen und insbesondere mit Geflüchteten machen. Über eine Freundin erfuhr ich vom Garten der Kulturen und vereinbarte ein Hospitation. Die Aufgabe und das wertschätzende Miteinander gefielen mir von Beginn an gut. Ich kann selbst entscheiden, wie viel Zeit ich einbringen möchte und bleibe flexibel – das ist mir wegen meiner Familie sehr wichtig. Unser Team besteht aus etwa sechs Aktiven. Wir treffen uns vierteljährlich zu Besprechungen, bei denen Fragen und Probleme und der Dienstplan geklärt werden. Bei uns gibt es keine Hierarchie, und das trägt dazu bei, dass wir gerne zusammenkommen. Die Freiwilligen der Diakonie haben auch die Möglichkeit, an Fortbildungen teilzunehmen, die für uns meistens kostenfrei sind.

Wie läuft unser Sprachtreff ab? Unsere Frauengruppe trifft sich wöchentlich in der Abbentorstraße 5. Ein Termin dauert rund 90 Minuten. Meistens kommen acht bis zwölf Menschen zu uns, die ihre Deutschkenntnisse verbessern und Schwierigkeiten besprechen möchten. Es gibt Getränke, und manche bringen etwas Gebäck mit. Viele freuen sich schon auf den Termin, denn er ist angenehm persönlich und freundschaftlich. Zuerst berichten wir reihum, was jede in der Woche erlebt hat. Dann bilden wir je nach Sprachkenntnis Gruppen und beschäftigen uns mit besonderen Themen, wie etwa einem Zeitungsartikel oder Grammatik. Einmal im Monat gibt es etwas Besonderes: Wir kochen und essen gemeinsam! Bei uns nehmen ausschließlich Frauen teil. Jede kann mitreden und etwas einbringen. So können unsere Sprachtreff-Besucherinnen schnell und praktisch wichtige Begriffe aus dem Haushalt lernen, die sie zu Hause oder beim Einkauf gut gebrauchen können. In der Gruppe selbst findet immer einmal ein Wechsel der Teilnehmenden statt. Aber uns gelingt es immer wieder, eine vertraute Atmosphäre zu schaffen. In besonderen Fällen leisten wir auch persönliche Hilfe, etwa wenn es um Schreiben von Behörden geht.

Das Besondere für mich ist: Beim Sprachencafé habe ich die Möglichkeit, Menschen und ihre persönlichen, oft schweren Schicksale kennenzulernen. Das berührt mich sehr, gleichzeitig erlebe ich aber auch, wie gut es mir geht. Zwischen uns Freiwilligen und den Sprachtreff-Besucherinnen gibt es ein sehr freundschaftliches und wertschätzendes Verhältnis. Von Zeit zu Zeit unternehmen wir etwas und machen einen gemeinsamen Ausflug. Mein Ehrenamt ist eine große Bereicherung meines Lebens, und ich möchte es nicht mehr missen. Über weitere Freiwillige würden wir uns sehr freuen.“

 

Text: Heiner Brünjes für die Freiwilligenagentur Bremen