Pflege und Leben im Alter

Zum BVG-Urteil Sterbehilfe

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe verfassungswidrig ist. Dagegen hatten schwer kranke Menschen, Ärzte und Sterbehilfevereine geklagt.

Dazu erklärt Bremens Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V.:

„Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur geschäftsmäßigen Sterbehilfe ist ein dringender Handlungsbedarf für die Politik entstanden: Sie muss die Suizidhilfe klar regulieren.

Wichtig ist dabei, dass die Beihilfe zum Suizid keine preiswerte Alternative zu einer guten und den Menschen zur Seite stehenden Sterbebegleitung durch ambulante und stationäre Hospize oder Palliativstationen sein darf. In einer lebensbejahenden und mit Sterben und Tod angemessen umgehenden Gesellschaft dürfen organisierte Angebote der Selbsttötung nicht zur akzeptierten Normalität oder sogar einem Geschäftsmodell werden.

Todkranke Menschen brauchen am Ende ihres Lebens die bestmögliche Hilfe und Versorgung. Sie brauchen Sicherheit und Unterstützung - und nicht den subtilen Druck, dass ihr Lebensende günstiger gestaltet werden könnte. Menschliches Leben und Sterben darf nicht durch finanzielle Erwägungen beeinflusst oder gar verkürzt werden. Am Ende des Lebens sind nicht die Marktgesetze einer geschäftsmäßigen Sterbehilfe gefordert, sondern in ganz besonderer Weise Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.“