© Foto: Darius Ramazani / Diakonie


Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale, die vor 200 Jahren geboren wurde.

Coronakrise Pflege und Leben im Alter

Tag der Pflege in der Corona-Krise

Der Internationale Tag der Pflege wird jährlich am 12. Mai begangen. Der Tag erinnert an den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin und Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence Nightingale, die vor 200 Jahren am 12. Mai 1820 geboren wurde.

„Der Pflegeberuf ist ein fachlich anspruchsvoller Beruf, der mehr Anerkennung verdient. Das zeigte sich nicht erst in der aktuellen Corona-Krise, die wir ohne die höchst engagierten und empathischen Pflegekräfte nicht bewältigen könnten“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. anlässlich des Internationalen Tags der Pflege. Pflegekräfte setzen sich in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen der Alten- oder Behindertenhilfe und bei der Pflege zu Hause tagtäglich für Menschen ein, die Unterstützung benötigen. Sie sind eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung – oder anders gesagt systemrelevant. Anerkennung und Dank für diesen Dienst sollten selbstverständlich sein, ebenso wie gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Dafür setzt sich die Diakonie seit Jahren und mit unverändertem Nachdruck ein.  „In der Diakonie ist die Bezahlung nach Tarif selbstverständlich, doch muss diese Vergütung noch weiter durch eine bessere Refinanzierung durch die Kostenträger gestärkt werden“, betont Landesdiakoniepastor Meyer.

Zum Vergleich: Nach dem neusten Entgeltvergleich von Wohlfahrt intern liegt der Tarif der Diakonie (AVR DD) zum Beispiel bei den Altenpflegern im stationären Bereich im ersten und fünften Berufsjahr auf Platz 1, d.h. der Stundenlohn von 19,79 Euro (1. Jahr) bzw. 20,82 Euro (5. Jahr) ist im Vergleich mit anderen Trägern am höchsten (s. Grafik). Die Diakonie zahlt also Gehälter, die sich sehen lassen können.   

Noch zahlen – anders als die Diakonie - nicht alle Träger nach Tarif und auch bei den bestehenden Tarifen gibt es große Unterschiede. Damit es eine stärkere Tarifbindung bei allen Trägern sowie eine bessere Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen geben kann, braucht es eine gesicherte und höhere Refinanzierung durch die Kostenträger.  „Gerade Politik sowie Kranken- und Pflegekassen müssen in der nächsten Zeit deutlich machen, ob Sie es ernst damit meinen, dass die Pflege in der Gesellschaft aufgewertet und gute Löhne gezahlt werden können. Jetzt muss die Zeit des Schönredens ohne zu Handeln vorbei sein“, fordert Meyer.  „In den nächsten Monaten kommt es zum Lackmustest für die Ernsthaftigkeit politischen Redens“.

Hintergrund:Tariflöhne müssen refinanziert werden

Nach dem sogenannten Subsidiaritätsprinzip überträgt der Staat soziale Aufgaben an freie Träger. Würde sich die Diakonie aus diesen Arbeitsbereichen zurückziehen, wäre der Staat allein kaum in der Lage, die notwendigen Aufgaben, die allen zugutekommen, zu erfüllen. Allerdings werden selten die gesamten Kosten übernommen. Kaum ein Angebot der Diakonie kommt ohne Eigenmittel aus, etwa in Form von Spenden.  Im Bereich der Pflege und des Gesundheitswesens werden viele der von der Diakonie erbrachten Leistungen über Leistungsentgelte finanziert, die von Trägern der Sozialversicherungen (zum Beispiel Pflegeversicherung, Unfallversicherung, Krankenkasse und Rentenkasse) übernommen werden. Wie hoch der Anteil der Kosten ist, die diese Träger von Sozialversicherungen übernehmen, wird immer wieder neu in sogenannten Entgeltverhandlungen zwischen den Anbietern der Pflege und den Trägern von Sozialversicherungen („Kostenträger“) verhandelt. „Als Diakonie machen wir immer wieder die Erfahrung, dass unser sehr guter Diakonie-Tarif zwar in bestimmten Arbeitsbereichen anerkennt werden, notwendige Investitionskosten oder Umfang von Hausmeister- oder Verwaltungsstellen nicht voll anerkannt werden. Im Vergleich mit Wettbewerbern zahlen wir mehr Gehalt, was vor allem in der ambulanten Pflege  nicht selten dazu führt, dass die Refinanzierung auf ein Durchschnittsniveau gedrückt wird. Was langfristig zu einer immer größeren Differenz zwischen tatsächlichen Kosten und Refinanzierung führt. Die nicht ausreichende Refinanzierung durch die Kostenträger darf aber nicht zu Lasten der Mitarbeitenden und deren Gehalt gehen – das eher noch höher sein müsste - gehen“, mahnt Landesdiakoniepastor Manfred Meyer. Aus diesem Grund setzt sich die Diakonie immer wieder für eine bessere Refinanzierung der Pflege ein.

Text: Regina Bukowski