Die Wahl ist für alle da

Diakonie wirbt für höhere Wahlbeteiligung besonders in benachteiligten Stadtteilen

Die Diakonie Bremen wirbt für eine hohe Wahlbeteiligung bei der Bremer Bürgerschaftswahl 2019, um dem Trend der sinkenden Wahlbeteiligung in benachteiligten Stadtteilen entgegenzuwirken. „Ich freue mich, in den Programmen und Äußerungen der politischen Parteien Bremens Anzeichen dafür zu erkennen, dass die Politik zunehmend auch die Sorgen und Nöte der Menschen in den benachteiligten Stadtteilen im Blick hat“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V. Um diese Tendenz zu fördern, wirbt die Diakonie Bremen für die Beteiligung aller Bürgerinnen und Bürger Bremens – und somit eine höhere Wahlbeteiligung als 2015 – bei der Bremer Bürgerschaftswahl 2019.

Bei der Bürgerschaftswahl 2015 lag die Wahlbeteiligung nach Angaben des statistischen Landesamts Bremen im Blockland bei 76,8 Prozent, in Borgfeld bei 73,1 Prozent, im Bürgerpark bei 70,8 Prozent und in Schwachhausen bei 72,3 Prozent. Dort leben eher Gutgestellte, höhere Beamte, Angestellte und Mittelständler. Ganz anders sieht die Wahlbeteiligung aber in benachteiligten Stadtteilen aus, wie Neue Vahr Nord (34,2 Prozent), Tenever (31,8 Prozent), Gröpelingen (36,8 Prozent), Lüssum-Bockhorn (40,2 Prozent) oder Blockdiek (38,2 Prozent). *

Es ist kein neues Phänomen: Wer von seiner Partei oder der Politik im Allgemeinen enttäuscht ist, geht gar nicht erst wählen. Dabei ist eine hohe Wahlbeteiligung in allen Bremer Stadtteilen wichtig, um ein klares Ergebnis zu bekommen.

„Die geringe und ungleich verteilte Wahlbeteiligung ist in meinen Augen eine Gefahr für die Demokratie“, so Meyer. Die Politik darf sich nicht nur an den Interessen der „Bessergestellten“ orientieren (die eher zur Wahl gehen), sondern muss gerade noch viel mehr die Interessen der Menschen im Blick haben, die sich abgehängt und benachteiligt fühlen. Deshalb bittet Meyer: „Gehen Sie alle zur Wahl! Unerhört zu sein darf nicht kultiviert werden. Melden Sie sich deshalb zu Wort – indem Sie Ihre Stimme abgeben und indem Sie in Initiativen für Ihr Recht eintreten."

Ein gutes Beispiel für den Erfolg von Initiativen ist das Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen, das von Beginn an von der Diakonie unterstützt wird. Die Beteiligung von vielen Betroffenen stellt dieses Bündnis auf breite Beine und verschafft ihm Gehör bei der Politik. „In dem Aktionsbündnis sprechen wir nicht über eine Gruppe, sondern mit den Betroffenen. Dadurch wird jeder und jede gehört – auch immer mehr von der Politik“, so Meyer. „Ich bitte Sie herzlich: verschaffen Sie sich Gehör, gehen Sie zu Wahl und helfen Sie dabei mit, Bremen gemeinsam besser und sozial gerechter zu machen.“

 

* Quelle der Zahlen: http://www.statistik-bremen.de/Tabellen/Wahlen/WahlatlasBuergerschaft2015_Strukturindikatoren/BremerWahlatlasII.html?indicator=i46&indicator2=i0