Frauen engagieren sich für Frauen

06.02.2017

Notruf Mirjam Bremen-Weser-Ems ist ein Krisentelefon, das Schwangeren und Müttern mit Kindern von null bis drei Jahren rund um die Uhr zur Verfügung steht. Es richtet sich an Mädchen und Frauen, die vielfältige Fragen und Probleme rund um Schwangerschaft, Geburt und Versorgung oder Erziehung eines Babys oder Kleinkinds haben.

Die Anrufe werden von geschulten Ehrenamtlichen entgegengenommen, die mit den Schwangeren und Müttern ein anonymes, kostenloses und ergebnisoffenes Gespräch führen. „Inzwischen sind 25 Ehrenamtliche in der Region Bremen-Weser-Ems für Notruf Mirjam tätig“, sagt Alexandra Maksimovic, Koordinatorin des Krisentelefons. Die Ehrenamtlichen am Standort Emden sind schon seit vielen Jahren dabei, die am Standort Bremen hingegen sind neu dazugekommen. Sie wurden im Frühjahr und Sommer 2016 geschult und haben seit August 2016 (als die Nummer für die gesamte Region Bremen-Weser-Ems freigeschaltet wurde) gemeinsam mit den Ehrenamtlichen aus Emden Anrufe am Krisentelefon entgegen genommen. Ziel von Notruf Mirjam ist es, die anrufenden Schwangeren und Mütter dabei zu unterstützen, ihren eigenen Weg aus der Not zu finden und bestehende unterstützende Angebote wahrzunehmen.

„Die Ehrenamtlichen haben eine ganz hohe Motivation etwas für andere Frauen zu machen. Die Nummer des Krisentelefons wird immer bekannter und dadurch steigt auch die Zahl der Anrufe. Daraus ziehen die Frauen ihre Motivation“, so Maksimovic. Die Frauen, die sich für Notruf Mirjam engagieren, seien ganz unterschiedlich – so sei von jungen Frauen bis zu Frauen im Ruhestand jede Altersgruppe dabei. Viele der Frauen üben einen sozialen Beruf oder einen im Gesundheitsbereich aus. „Die Frauen möchten andere Frauen, Mädchen und Mütter dabei unterstützen, ihre Krise zu bewältigen. Teilweise haben sie damit auch selbst Erfahrungen. Ein großer Teil der Frauen sind selbst Mütter. Auch sie haben Unterstützung in Krisenzeiten als sehr wichtig erlebt. Über solche Erfahrungen sprechen wir auch bei unseren Treffen“, so die Koordinatorin.

Bei den regelmäßigen Treffen der Ehrenamtlichen geht es darum, sich mit den anderen Frauen auszutauschen. Dabei wird die Anonymität der Anrufenden natürlich gewährt. „Ein Austausch, ein kollegiales Gespräch ist eine wichtige Entlastung für die Ehrenamtlichen, die ihren Notruf-Dienst sonst ganz allein übernehmen“, so Maksimovic.

Neben den Treffen sind auch die Schulungen ein wichtiger Aspekt der ehrenamtlichen Tätigkeit für Notruf Mirjam.  So gibt es eine Kommunikationsschulung zu den Grundlagen der personenzentrierten und ressourcenorientierten Gesprächsführung, die in Kooperation mit dem Fachbereich Soziale Arbeit der Hochschule Emden-Leer durchgeführt wird.  „Der Grundsatz von Notruf Mirjam ist der, dass jeder Mensch die Ressourcen zur Bewältigung der eigenen  Krise in sich trägt“, betont die Koordinatorin. Manchmal sei es aber wichtig dabei Unterstützung zu bekommen, den für sich richtigen Weg zur Nutzung dieser Ressourcen zu finden.  Diese Unterstützung will Notruf Mirjam geben.

Bei Bedarf vermitteln die Ehrenamtlichen an bestehende Beratungsangebote. Diese Weitervermittlung ist auch Bestandteil der Schulung. Durch Besuche verschiedener Angebote, wie zum Beispiel einer Frühberatungsstelle, oder Fachvorträge zum Beispiel von Familienhebammen oder der Adoptionsstelle lernen die Ehrenamtlichen die bestehenden Angebote besser kennen und können im Gespräch mit der Anrufenden gemeinsam herausfinden, welches Angebot passend ist.

Notruf Mirjam Bremen-Weser-Ems ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0800-6050050 zu erreichen. Das Krisentelefon für Schwangere und Mütter ist anonym und kostenlos.