Brot für die Welt zur Analyse von Agora Energiewende

07.09.2017

Klima-Expertin Sabine Minninger zur heute veröffentlichten Analyse von Agora Energiewende zur Erreichung der Klimaschutzziele bis 2020

„Es ist höchste Zeit zum Handeln! Wir sind den Menschen in Risikogebieten des Klimawandels schuldig, Nägel mit Köpfen zu machen und umgehend eine ambitionierte Klimapolitik umzusetzen", erklärt Sabine Minninger, Klimaexpertin von Brot für die Welt. Nachdem die jüngste Agora-Studie feststellt, dass Deutschland seine selbstgesteckten Klimaziele deutlich verfehlt, sollte der Ausstieg aus der Kohle sofort beschlossen werden, sagt Minninger.

Die heute veröffentlichte Analyse von Agora Energiewende belegt, dass die Bundesrepublik in Sachen Klimaschutz noch schlechter dasteht als befürchtet. Statt im Jahr 2020 wie geplant 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als 1990, werden es laut Studie nur 30 bis 31 Prozent sein - wenn nicht sofort weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Im Projektionsbericht vom April 2017 war die Bundesregierung noch von einer Minderung um 35 Prozent ausgegangen.

„Da gerade die ärmsten Menschen schon jetzt immens unter dem Klimawandel leiden, ist das weitere Hinauszögern ehrgeiziger Klimaziele nicht zu verantworten“, so Minninger. Die verheerenden Überflutungen in Asien, bei denen 40 Millionen Menschen betroffen und 1.200 Menschen ums Leben gekommen sind, seien ein weiterer Beleg dafür, dass die negativen Auswirkungen des Klimawandels für Viele in armen Ländern bereits jetzt Realität ist. „Ohne den Kohleausstieg werden diese Katastrophen ungebremst zunehmen. Wir sind gegenüber den Menschen, die jetzt schon stark vom Klimawandel betroffen sind, verpflichtet, unsere in Paris gemachten Versprechen ohne Wenn und Aber einzuhalten“, fordert Minninger.