Reformationstag als gesetzlicher Feiertag

01.02.2018

Brahms begrüßt Empfehlung der norddeutschen Regierungschefs

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) begrüßt die Empfehlung der norddeutschen Regierungschefs, länderübergreifend in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag einzuführen. Das, so betont BEK-Schriftführer Pastor Renke Brahms, sei viel tragfähiger als eine Insellösung und schaffe mehr Feiertags-Gerechtigkeit zwischen Nord- und Süddeutschland. „Als Kirchen“, so Brahms weiter, „setzen wir uns für den Schutz der Feiertage ein, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Zeit für Erholung und Familienleben haben.“

Zudem freue es ihn sehr, so Brahms weiter, „dass sich die Regierungschefs der betreffenden Länder, insbesondere Bremens Bürgermeister Carsten Sieling, so deutlich für den Reformationstag als Feiertag ausgesprochen haben. Mir ist das Für und Wider durchaus bewusst und ich nehme die Kritik daran auch ernst. Ich bin aber sicher: Die evangelische Kirche wird an die guten Erfahrungen im vergangenen Jahr anknüpfen, als am 31. Oktober bundesweit das Reformationsjubiläum in ökumenischer Weite gefeiert wurde und nicht mit Abgrenzung und Ausgrenzung. Auch im Dialog mit anderen Religionen und gesellschaftlichen Gruppen ist es uns gelungen, Gräben zu überwinden. Dahinter gehen wir nicht zurück. Wir sind uns der Schattenseiten der historischen Ereignisse und Positionen rund um die Reformation bewusst und benennen sie auch. Wir werben aber auch dafür, die positiven Kräfte der Reformation, nämlich Freiheit und Mut zur Veränderung, in unser gesellschaftliches  Zusammenleben einzubringen.“ Nur in diesem Sinne, so Brahms, könne man den Reformationstag feiern.

Er unterstütze auch das Anliegen, einen gesetzlichen Feiertag einzuführen, der ein wichtiges gesellschaftliches Thema ins kollektive Bewusstsein rückt, wie etwa der Holocaust-Gedenktag oder der Tag des Grundgesetzes. "Ich halte das ebenfalls für immens wichtig, doch das müsste dann bundesweit gelten, denn es ist für uns alle von Bedeutung. Hier geht es um einen spezifisch norddeutschen Feiertag, und da halte ich den Reformationstag für richtig."

Er wünsche sich, so Brahms weiter, einen breiten gesellschaftlichen und parlamentarischen Konsens in dieser Frage und schließlich „einen gesetzlichen Feiertag an dem wir einmal den Arbeitstrott verlassen und unsere Freiheit, unsere Werte und unsere gemeinsame Verantwortung für Menschenwürde und Geschwisterlichkeit bedenken."