Unsere Ziele

In Bremen ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt schon seit Jahren sehr angespannt. Besonders Mietwohnungen sind kaum zu bekommen und Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 weitere 14.000 Wohneinheiten fehlen werden beziehungsweise neu geschaffen werden müssten.

So kommt es dazu, dass es unter den Wohnungssuchenden mittlerweile zu einem regelrechten Verdrängungswettbewerb komme, bei dem dann besonders Menschen mit sozialen Schwierigkeiten und Unterstützungsbedarfen die Verlierer seien, sagt der Leiter der Wohnungslosenhilfe im Verein für Innere Mission in Bremen, Bertold Reetz. So sei die Zahl der wohnungslosen Menschen allein in Bremen 2011 im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf fast 850 Betroffene gestiegen. "Das ist auch ein bundesweites Problem", bekräftigt Reetz, "denn in Bremen und auch anderswo entsteht  fast nur noch Wohnraum für Besserverdienende. Menschen, die sich den nicht leisten können, werden vergessen und sind vom Wohnungsmarkt fast ausgeschlossen."

Joachim Barloschky, ehemals Quartiersmanager in Tenever, kennt darüber hinaus viele Familien, die mit fünf und mehr Personen in (viel zu) kleinen Wohnungen verbleiben müssen, weil sie auf dem leergefegten Wohnungsmarkt keine größeren Wohnungen finden können. "Wie sollen die Kinder dieser Familien ihre Bildungschancen nutzen und gute Schulabschlüsse bis hin zum Abitur erreichen, wenn sie sich mit ihren drei oder vier kleineren Geschwistern ein Kinder- oder das Wohnzimmer teilen müssen. Oder wenn sie auf Schrottimmobilien von Hedgefonds festgelegt sind, die jede mögliche Mieterhöhung gern mitnehmen, aber keinen Cent in die Renovierung der maroden Häuser investieren."


Der Landesdiakoniepastor Manfred Meyer fordert daher die deutliche Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus hier in Bremen. Den Flüchtlingen, die in dieser Stadt eine Heimat finden sollen, sowie die von Wohnungslosigkeit bedrohten und betroffenen Menschen müssen die Möglichkeit haben,  angemessen zu wohnen. „Das bedeutet auch Altbestand muss renoviert und zur Verfügung gestellt werden“, betont Manfred Meyer. Es muss sich jetzt etwas ändern! Gerade in einer Stadt, in der die Armutsquote in den vergangenen Jahren leider weiter zugenommen hat, darf ein starkes Bündnis – wie das Aktionsbündnis Menschenrecht auf Wohnen – nicht aus dem Blick geraten. Auch deshalb unterstützt die Diakonie das Bündnis "Menschenrecht auf Wohnen", um mit den Partnern aus Politik, Verwaltung und Wohnungsbau wohnungsbaupolitische Aufgaben zu benennen und zu forcieren.
 
Das Bündnis will immer wieder politischen Druck für einen "Aktionsplan bezahlbarer Sozialwohnungen und angemessenen Wohnraums" erzeugen. Wer sich dafür engagieren will, ist herzlich zu den Treffen des Bündnisses an jedem ersten Montag im Monat eingeladen.

Wir stellen Fragen:

  • Wie steht es in Bremen mit dem Menschenrecht auf Wohnen?
  • Wie viele Familien melden in Bremen wegen beengter oder unzumutbarer Wohnungen dringenden Wohnraumbedarf an?
  • Wie hoch ist der Anteil öffentlich geförderter mietpreisgebundener Wohnungen in Bremen?
  • Wie viele Sozialwohnungen in Bremen gab es vor 5 und 10 Jahren?
  • Wann und in welchem Umfang werden neue Sozialwohnungen gebaut?
  • Wie viel Geld investieren Stadt & Land  in den nächsten Jahren im sozialen Wohnungsbau?
  • Wie hoch ist die Zahl mietpreisgebundener Wohnungen in Bremen und wie entwickelt sie sich?