Menschenrecht auf Wohnen

Wir sind in Sorge um das Menschenrecht auf Wohnen in Bremen

In der Zeit von Januar bis März 2012 stand die Kirche "Unser Lieben Frauen" jeden Montag Gästen offen, die sich dort wärmen und stärken konnten und Gelegenheit zum Gespräch hatten. Dabei wurde deutlich, dass die meisten Gäste der Winterkirche in akuter Wohnungsnot leben, von Wohnungsnot bedroht sind oder in Verhältnissen wohnen müssen, die kaum zumutbar und zugleich unzumutbar teuer sind.

Tausende Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sind darüber in großer Sorge. Und viele tausend verzweifeln, weil es ihnen nicht gelingt, für sich und ihre Familien eine menschenwürdige und bezahlbare Wohnung zu bekommen:

  • die Wohnungslosen und von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen,
  • diejenigen, die aktuell bei Freunden, Verwandten unterkommen müssen,
  • Familien mit geringem Einkommen, die Platz brauchen für ihre Kinder,
  • Menschen, die mit kleiner Rente, als Senioren oder mit einer Behinderung Lebende eine angemessene und bezahlbare Wohnung in ihrem Quartier suchen,
  • Menschen in dringend sanierungsbedürftigen Wohnungen, die als Spekulationsobjekte aufgekauft wurden und zu "Schrottimmobilien" verrotten,
  • hunderte Studierende, die kein Quartier gefunden haben,
  • Bürgerinnen und Bürger, die es als Migrantinnen und Migranten schwer haben, Wohnraum zu finden.

Ausgehend von diesen Erfahrungen haben wir uns im Aktionsbündnis "Menschenrecht auf Wohnen" zusammengeschlossen: Betroffene wie Mitarbeitende unterschiedlicher Arbeitsbereiche und Institutionen, die sich um soziale Fragen unserer Stadt kümmern. Wir engagieren uns gemeinsam für eine bessere und soziale Wohnungspolitik in Bremen, so dass jeder seinen Anspruch auf eine angemessene, menschenwürdige und bezahlbare Wohnung einlösen kann.

Artikel 14

Wohnen ist ein Menschenrecht

"Jeder Bewohner der Freien Hansestadt Bremen hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung. Es ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden, die Verwirklichung dieses Anspuches zu fördern."

Artikel 14 der Freien Hansestadt Bremen vom 21. Oktober 1947