Der Flug des Stiftes

Kunst- und Integrationsprojekt mit jungen Geflüchteten

Den Gefühlen künstlerisch Ausdruck verleihen, Positives schaffen, Erlebtes verarbeiten, Talente entdecken – all diese Aspekte bietet die Künstlerin Jule Stegemann-Trede, mit Hilfe von Silke Behrens, jungen Geflüchteten mit ihrem Kunst- und Integrationsprojekt. An zwei Terminen pro Woche öffnet sie das Atelier „Jules-Art“ für junge Menschen mit Fluchthintergrund, die Lust haben, zu malen, zu zeichnen, Deutsch zu sprechen und zusammen zu sein. Insgesamt rund 40 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen zu den Treffen - Jungen und Mädchen, allein und im Familienverbund geflohen, minderjährig und gerade erwachsen, aus Afghanistan, Syrien und anderen Ländern.

Ziel des Projektes

Das Projekt gibt den geflüchteten jungen Menschen eine seltene Gelegenheit kultureller Bildung: Sie lernen, sich künstlerisch auszudrücken, entdecken Fähigkeiten und Talente, sie werden gefordert und gefördert. Neben dem Aspekt der künstlerischen Bildung steht die Unterstützung des Ankommens, um Vertrauen und Stabilität zu erlangen. Deutsch sprechen und die Kommunikation miteinander wurden von Beginn an groß geschrieben und waren für viele wichtige Motivatoren, sich am Projekt zu beteiligen und bis heute dabeizubleiben. Darüber hinaus bieten die regelmäßig organisierten Ausstellungen den jungen Geflüchteten die Möglichkeit, ihre Persönlichkeiten und individuellen Fähigkeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren.
 

Entstehungsgeschichte

Das Projekt ist Ende 2015 in der Notunterkunft "Sporthalle am Borgfelder Saatland", in der damals rund 80 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge lebten, entstanden. Begonnen hat es als offenes Angebot direkt in der Halle, das mehrmals in der Woche stattfand - Zeichnen und Malen zur Entspannung, als Beschäftigung und um erste Deutschkenntnisse mitzubekommen. Das Interesse war von Anfang an sehr groß. Inzwischen sind die Jugendlichen über das ganze Stadtgebiet verteilt untergebracht und nehmen teilweise sehr weite Anreisewege in Kauf, um ein- bis zweimal pro Woche dabei zu sein. Nach und nach sind weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer über verschiedene Wege dazu gekommen. Ehemalige Betreuer und Pädagogen, ehrenamtliche jugendliche Helfer sowie Künstler aus unserem Netzwerk und aus dem Atelierhaus, sind in regelmäßigen Abständen, Gäste während des kreativen Schaffens und Zusammenseins.

Seit April 2016 ist das Projekt in Jule Stegemann-Tredes Atelier "Jules-Art" in der Kap-Horn-Straße 9 in Bremen-Gröpelingen zuhause. Dort können die jungen Künstlerinnen und Künstler auf großen Formaten mit Acryl malen. Die dabei entstandenen Bilder sind bereits mehrfach ausgestellt worden, u.a. im Kapitel 8 an der Domsheide, im Amtsgericht Osterholz-Scharmbeck, im Borgfelder Freizeitheim sowie im Rahmen der Offenen Ateliers in den Hafenateliers/ Kap-Horn-Str.: 9 . Seit Juli 2019 ist das Projekt in Trägerschaft des Diakonischen Werks Bremen e.V.