Für Teilhabe und Gemeinschaft

Zwei Projekte mit internationalen Partnern

Diakone Bremen für Teilhabe und Gemeinschaft

Als Diakonie Bremen gestalten wir - so unser Leitbild - eine soziale, liebevolle und verantwortungsbewusste Gesellschaft mit. Ausgrenzung und Einsamkeit sollten darin keinen Platz haben. Allen Menschen muss Teilhabe am Leben überall dort möglich sein, wo sie dies möchten. Alle haben Anspruch darauf, zu sagen, dass nichts „über uns ohne uns“ beraten und entschieden wird. Auch wer durch Krankheiten, soziale Entwicklungen, Verlust von Partnern und andere Schicksalsschläge oder Geschehnisse alleine steht, von Einsamkeit bedroht ist oder dort schon hin hineingeraten ist, soll wieder Kontakte, Unterstützung und Zugang zu den Hilfeleistungen finden können, die gewünscht und benötigt werden.

Als Landesverband bündeln wir verschiedene Maßnahmen und Angebote in zwei Projekten, um diese Ziele besser zu erreichen und zusammen mit unseren Mitgliedern und den Angeboten der Bremischen Evangelischen Kirche in starkes Netzwerk zu bilden. Dieses soll auch von internationalen Erfahrungen profitieren. Gemeinsam mit neuen interessanten Partnern bieten sich uns Erfahrungen und Chancen zum Lernen. Neue Wege werden den Einzelnen und den Hilfsangeboten erweiterte Perspektiven bieten.

In der Corona-Pandemie sind praktisch alle Menschen in unserem Land in eine ungewohnte Situation von Distanzierung untereinander geraten, wobei hoffentlich Solidarität und gegenseitige Hilfe, sei es durch Tun oder Unterlassen, nicht völlig zusammengebrochen sind. Wir haben aber sicher alle erlebt, was für ein großer Schatz die Möglichkeit ist, zusammenzukommen, einander zu begegnen und bei Teilhabe niemand zurückzulassen. Das macht uns Mut, diese Erfahrungen in Bremen und unserer europäischen Nachbarregion aufzuarbeiten und noch stärker die Gemeinschaft in unserer Stadt zu suchen.

Innovative Projekte gegen Ausgrenzung und Einsamkeit - gefördert durch die Aktion Mensch

Was wir vorhaben: Die Aktion Mensch unterstützt uns dabei, bisher von Hilfeangeboten noch nicht erreichte Menschen zu finden und sie besser bzw. verständlicher zu informieren sowie wirkungsvoller einzuladen. Mit ihnen zusammen sollen auch neue Ideen umgesetzt und Angebote weiterentwickelt werden.

Die nächsten Schritte: Ausgehend von den Tagesstätten, Begegnungs- oder Quartierzentren in unserem Verband möchten wir mit den Menschen, die dort schon beteiligt sind, über ihr Wissen über Hindernisse und Schwierigkeiten im Zugang, die sie selbst erlebt haben aber letztlich doch überwinden konnten, sprechen. Was der einen Person hier leichtgefallen sein mag, ist für andere schwierig oder fast unüberwindliches Hindernis. Sie kennen wahrscheinlich auch andere Personen, die bisher nicht erfolgreich eingeladen werden konnten, obwohl sie vielleicht von Angeboten profitieren könnten, die schon gemacht werden oder noch entwickelt werden könnten. Von diesem Wissen ausgehend, wollen wir dann vorhandene Barrieren besser einschätzen und ausräumen. Neue Angebote sollen bisherige Grenzen überwinden.

Angebote zum Mitmachen: Auch wer nicht die Einrichtungen und Angebote besucht oder nutzt, in denen wir diese Befragungen demnächst durchführen werden, ist herzlich eingeladen, Erfahrungen - ganz anonym und vertraulich - mit uns zu teilen: Schreiben Sie uns per Mail oder im Brief, was sie an dem Kurs, dem Angebot oder der Einrichtung, die sie heute besuchen oder lange besucht haben, „ganz am Anfang“ gestört und beinahe an der der Teilnahme gehindert hat, vielleicht dann auch, warum sie doch gekommen und geblieben sind. Erfahrungen aus Sport oder Bildung können uns dabei genau helfen wie solche zu sozialen oder gesundheitlichen Angeboten. Wir werden solche Eindrücke und Erlebnisse sammeln, mit anderen zusammen auswerten und weder Ihren Namen noch die Einrichtung, in der das Erzählte geschehen ist (Sie brauchen diese auch gar nicht benennen) in die Öffentlichkeit tragen. Bitte schicken Sie solche Berichte an stein@diakonie-bremen.de oder postalisch an Diakonisches Werk Bremen e.V., Dr. Jürgen Stein, Contrescarpe 101, 28195 Bremen.

Weitere Berichte über die Arbeit und die Projekte finden Sie unter Aktuelles.

Von der Isolation zur Inklusion: Verbesserungen bei der Erbringung sozialer Dienste im Kampf gegen Einsamkeit in Nachbarschaften der Nordseeregion

Was wir vorhaben: Städte, Regionen und Forschungseinrichtungen in den Anrainerstaaten und –regionen der Nordsee (siehe www.interreg-nordsee.de) wollen in einer von der Europäischen Union geförderten Partnerschaft überprüfen, wie vorhandene soziale Dienstleistungen in ihrer Verantwortung wirksamer gegen die Einsamkeit und Isolierung helfen können. Diese steigt auch in den Staaten mit gut ausgestatteten Sozial- und Gesundheitssystemen offensichtlich stark an. Die Gesellschaften haben großen Wert auf Individualität und persönliche Freiräume gelegt, traditionelle Bindungen und Verhaltensmuster vielfach als Bedrückung und Beschränkung eingeschätzt. Sie suchen jetzt nach Wegen und voller Wahrung dieser Werte neue Möglichkeiten zur Förderung von Zusammenhalt zu finden. Soziale Dienste und Gesundheitseinrichtungen sollten dabei besser zugänglich und erreichbar werden. Neue Technologien können hierfür genutzt werden, sollen aber ihrerseits nicht neue Schranken aufbauen. In der Bremer Europawoche 2020 veröffentlichen wir dieses Projekt zum ersten Mal. Eine Veranstaltung dazu soll Anfang Juli stattfinden.

Die nächsten Schritte: Näheres zur Partnerschaft und den beteiligten Orten und Institutionen finden Sie – im Augenblick nur auf Englisch verfügbar – hier: www.northsearegion.eu/I2I. In den ersten Monaten der Partnerschaft werden wir nach einem in der Partnerschaft gemeinsam entwickelten Schema beispielhafte Analysen von Ortsteilen und „Nachbarschaften“ zusammenstellen, um Schwierigkeiten zu ermitteln, die dort bestehen könnten. Nach und nach werden dann neue Gestaltungen von Dienstleistungen geplant und entwickelt. Es gibt thematische Treffen der beteiligten Organisationen zum Austausch, über die wir in Bremen regelmäßig berichten werden.

Angebote zum Mitmachen: Auch hier ist für uns besonders interessant, welche Erfahrungen die Menschen mit den sozialen Diensten und Gesundheitsangeboten machen. Das gilt besonders für Hilfen und Barrieren bei der Nutzung von digitaler Technik und Onlineangeboten. Schreiben Sie uns, wie oben beschrieben gerne ganz anonym und vertraulich etwas zu ihren Erfahrungen und Erwartungen. Was können digitale Instrumente in Beratung, der Einholung von Informationen oder beim Stellen von Anträgen nützen und welchen Fehler sollten die Anbieter dabei vermeiden?  Auch das, was Sie in der „Corona-Krise“ mit Dienststellen erlebt haben, die vielleicht hier zum ersten Mal stark auf die sozialen Netze der digitalen Welt gesetzt haben, ist von großem Interesse für uns.

Weitere Berichte über die Arbeit und die Projekte finden Sie unter Aktuelles.