© Foto: Diakonie/Kathrin Harms

Armut in Bremen

Leben in Armut bedeutet materielle und auch soziale Ausgrenzung. In Bremen sind laut dem zweiten Armuts- und Reichtums-Bericht etwa ein Drittel der Kinder und ein Viertel der Erwachsenen von Armut betroffen. Armut hat viele Ursachen – ein höheres Armutsrisiko tragen Langzeitarbeitslose, prekär Beschäftigte und auch viele Alleinerziehende.

Unterstützung für Langzeiterwerbslose

Die Diakonie setzt sich dafür ein, benachteiligten Arbeitssuchenden, wie Langzeitarbeitslose oder gering Qualifizierte, neue Beschäftigungsperspektiven und Teilhabemöglichkeiten zu eröffnen. Mehr zu diesem Thema >

Unterstützung von Alleinerziehenden

Die Unterstützung von Alleinerziehenden und Familien mit mehreren Kindern und somit der Kampf gegen Kinderarmut muss höchste Priorität haben. Ein Aufwachsen in Armut belastet Eltern und Kinder, denn es geht oft mit beengtem Wohnraum und wenig Geld für gesundes Essen, Hobbies oder gar Urlaub einher. Fast jede dritte Familie mit einem minderjährigen Kind hat nur einen Elternteil. Mehr als die Hälfte dieser alleinerziehenden Mütter und Väter ist auf Grundsicherung angewiesen. Alleinerziehende stehen vor ganz besonderen Herausforderungen – denn alleinerziehend heißt auch alleinverdienend. Die Zahl der Frauen, bei denen Einkommen – gerade in Teilzeit – und Sozialleistungen nicht ausreichen, um Armut zu verhindern, wird zunehmend größer.

Die Diakonie Bremen betont, dass es die Aufgabe des Sozialstaats ist, soziale Gerechtigkeit herzustellen und den Menschen das Nötigste – wie bezahlbaren Wohnraum – zur Verfügung zu stellen. Die Diakonie fordert, dass auch die Gewährleistung von Teilhabemöglichkeiten bei familienpolitischen Leistungen im Vordergrund steht.

Die Diakonie Bremen fordert:

  • das Ersetzen des Versorgungssystems aus Kindergeld, Kinderfreibeträgen, Kinderzuschlag und Hartz-IV-Regelsätzen durch eine Kindergrundsicherung für jedes Kind in Höhe von 573 Euro pro Kind und Monat
  • auskömmliche Erwerbsarbeit, bei der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beachtet wird – insbesondere mit passenden flexiblen Arbeitsplätzen für Alleinerziehende
  • assistierte Teilzeitausbildungsmöglichkeiten mit Kinderbetreuung für Alleinerziehende ohne Berufsabschluss
  • Sicherstellung einer verlässlichen Infrastruktur mit ausreichender Flexibilität und ausreichenden Betreuungszeiten für Kinder

Der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung und Bildung darf nicht von der Kassenlage der beiden Stadtgemeinden Bremerhaven und Bremen abhängig gemacht werden. Er gilt uneingeschränkt. Familienzentren mit Quartiersbezogenheit und ein erleichterter Zugang zu einer Ganztagsbetreuung für Kinder von Alleinerziehenden sind unabkömmlich.

Sozialer Zusammenhalt

In Bremen gibt es bereits viele gute Einzelprojekte, die sich für den sozialen Zusammenhalt und gegen Armut einsetzen. Diese Projekte in den einzelnen Stadtteilen Bremens müssen verstetigt werden. Die Vernetzung zwischen den Haupt- und Ehrenamtlichen, den von Armut Betroffenen und den Hilfeträgern ist hervorragend. Diese wertvolle Arbeit muss auch zukünftig verlässlich finanziert werden und so ihre Wirkung nachhaltig entfalten können.

Altersarmut

Fischen - Ein Social-Spot über Altersarmut