Seit 2005 begleitet die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) Menschen auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland. Die MBE der Diakonie Bremen bietet in Bremen-Ost kostenlose, unabhängige und vertrauliche Beratung – unabhängig von Nationalität und Religion.
Sprachliche, berufliche und soziale Teilhabe fördern
Die MBE berät erwachsene Zuwanderinnen und Zuwanderer über 27 Jahre zu zentralen Alltagsfragen und begleitet sie aktiv bei der Integration:
• Unterstützung bei Behördenkontakten
• Vermittlung zu Sprachkursen und Integrationskursen
• Orientierung im Bildungssystem
• Weitervermittlung zu passenden Beratungsangeboten
• Aufklärung über Rechte in Deutschland
• Hilfe in Krisensituationen
• Informationen zu Angeboten im Stadtteil
Die Zahlen 2025
Neben 190 aktiven Beratungsfällen mit 452 mitberatenen Angehörigen haben 325 Personen niedrigschwellige Kurzberatungen genutzt – für eine erste Orientierung.
Die Herkunftsländer der Ratsuchenden spiegeln unter anderem die Bewohnerstruktur des Stadtteils Tenever wider. Am häufigsten vertreten waren Personen aus Afghanistan (30 Fälle), Somalia (22) und Syrien (21). Den größten Anteil insgesamt stellten mit 66 Fällen Ratsuchende aus den übrigen afrikanischen Staaten – bedingt durch die internationale Bevölkerungsstruktur des Quartiers.
Von den Ratsuchenden haben im Jahr 2025 in der Mehrheit Frauen die Beratung aufgesucht: 112 Frauen gegenüber 78 Männern. Dies weist auf spezifische Bedarfe und besondere Belastungen hin, denen Frauen mit Migrationsgeschichte häufig ausgesetzt sind.
Der überwiegende Anteil der Ratsuchenden (181 Personen) gehört der Altersgruppe zwischen 27 und 65 Jahren an – das sind Menschen im erwerbsfähigen Alter, die aktiv an ihrer Integration in Gesellschaft und Arbeitsleben arbeiten.
Aktionswoche für Migrationsangebote
Vom 29. September bis 6. Oktober 2025 fand die Aktionswoche für die bundesgeförderten Migrationsangebote statt, organisiert durch die BAGFW. Hintergrund: Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für 2026 drohten erhebliche Kürzungen bei den Migrationsfachdiensten. Die Aktionswoche machte die Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz dieser Arbeit sichtbar.
Wir haben die Aktionswoche genutzt, um auf Social Media über die Unterschiede zwischen Asylverfahrensberatung (AVB) und der MBE aufzuklären – zwei Angebote, die häufig verwechselt werden.
Politische Rückendeckung vor Ort
Im Rahmen der Aktionswoche haben wir die Bedeutung der Migrationsberatung und deren Finanzierung auch in Gesprächen mit der Politik unterstrichen. Kirsten Kappert-Gonther (MdB, Bündnis 90/Die Grünen Bremen) und Sahhanim Görgü-Philipp, Sprecherin für Soziales, Integration und Jugendpolitik (Bündnis 90/Die Grünen Bremen), besuchten die Beratungsstelle persönlich.
Unsere Vorständin Karin Altenfelder und Migrationsfachkraft Lena Bischoff nutzten das Gespräch, um auf gesellschaftliche Relevanz, strukturelle Herausforderungen und die Notwendigkeit einer auskömmlichen und dauerhaften Finanzierung hinzuweisen. Denn: Ohne verlässliche Mittel kann keine nachhaltige Integrationsarbeit geleistet werden.
Auch Doris Achelwilm sprach mit unserer Beratungsstelle über die Zukunft der bundesgeförderten Migrationsprogramme und zeigte sich solidarisch mit den Forderungen der Wohlfahrtsverbände.
Fazit
Die MBE der Diakonie Bremen hat 2025 erneut gezeigt, welchen konkreten Beitrag sie zur Integration leistet. Damit diese Arbeit fortgeführt werden kann, braucht es eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung.