07.01.2022

Loyalität und Fürsorge

Impfquote in Pflegeeinrichtungen der Diakonie Bremen

Die Mitarbeitenden der Diakonie zeichnen sich durch eine außerordentliche Fürsorge für Bewohner*innen und eine sehr hohe Loyalität gegenüber ihrem Arbeitgeber. Auch so ist die enorm hohe Impfquote zu erklären, zumal wir in der Diakonie stark auf Aufklärung setzen“, betont Landesdiakoniepastor Manfred Meyer, Vorstand des Diakonischen Werks Bremen e.V.

In Pflegeeinrichtungen der Diakonie Bremen sind zwischen 93 und 100 Prozent der Pflegekräfte gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus einer aktuellen Umfrage unter den Mitgliedseinrichtungen der Diakonie Bremen hervor. In vielen Fällen kann die 100 %-Quote nur deshalb nicht erreicht werden, weil Mitarbeitende sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen, die Bereitschaft dazu sei groß. „Bei mission:ambulant sind 96 Prozent geimpft und auch schon geboostert. Die übrigen 4 Prozent dürfen aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden. Wir versuchen, den Impfstatus hoch zu halten zum Schutz der Klient*innen und Kolleg*innen“, betont Markus Zimmermann, Leitung mission:ambulant.

Verlust von motivierten Kolleg*innen

Die Überprüfung der Impfnachweise und die Nachverfolgung der Gültigkeiten ist ein sehr hoher zeitlicher und personeller Aufwand, der zusätzlich von den Leitungskräften erbracht werden muss.

Die Personallücken, die Impfverweigerer durch ihren Ausfall erzeugen, werden durch Mehrarbeits- und Überstunden aller Mitarbeitenden aufgefüllt werden müssen. Der Geschäftsführer der Dienste für Senioren und Pflege in Friedehorst mit 4 stationären Altenpflege-Einrichtungen sowie 2 Tagespflegen (hier schwankt die Impfquote je nach Einrichtung zwischen 97 und 100 Prozent), Thomas Schächter, betont: „Unsere Mitarbeitenden sind bis zum Anschlag und darüber hinaus belastet. Die Pflege ist kurz davor, zu kollabieren. Die langjährige Strategie der Kostenträger, Geld beim Personaleinsatz zu sparen, rächt sich jetzt ganz brutal. Wir haben kein Erkenntnisproblem zu den Personalengpässen in der Pflege. Zulagen zum Gehalt oder nette Gesten lösen diese Mangelwirtschaft nicht auf. Es ist ein konsequentes Umdenken bei allen Verantwortlichen erforderlich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen nachhaltige und spürbare Lösungen. Die größte Gefahr in der jetzigen Situation ist der Verlust der motiviertesten und engagiertesten Kolleginnen und Kollegen. Das wird sich bitter in den nächsten Jahren rächen!“ Die Strategie der Dienste für Senioren und Pflege in Friedehorst sei daher: Impfen, Testen und alles tun, was die Motivation der Pflegekräfte, der Mitarbeitenden in der Hauswirtschaft und Betreuung aufrechterhält.

100%-Impfquote bringt Entlastung

Bei der DIAKO KURZZEITPFLEGE sind 100 Prozent der Mitarbeiter und Gäste gegen das Coronavirus geimpft. Ähnlich verhält es sich bei dem Andreas-Hospiz in Bremen der mission:lebenshaus. Auch hier liegt die Impfquote der Pflegekräfte liegt bei 100%. „Besondere Strategien oder Herausforderungen in Bezug auf die Impfquote gibt es derzeit dementsprechend nicht“, sagt Niklas Brünagel, aus der Öffentlichkeitsarbeit der mission:lebenshaus.

Freie Stellen zeitnah nachbesetzen

Die Leben im Alter gGmbH mit einer Impfquote von 93 Prozent unter den Pflege- und Betreuungskräfte sieht große Personallücken ab Mitte März 2022 durch den Ausfall von nicht-geimpften Pflegekräften. „Dieses führt zu einem akuten Verlust von Fachwissen und von Bezugspersonen für die Bewohner*innen. Da es alle Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser betrifft, wird eine Nachbesetzung nicht möglich sein. Der ohnehin schon kritische Stellenmarkt, macht eine Nachbesetzung extrem schwierig“, sagt Ulrike Meyer, Geschäftsführerin der Leben im Alter gGmbH. Das Ziel sei es daher zunächst, die Mitarbeitenden noch von einer Impfung zu überzeugen und so den Personalstamm erhalten zu können.

Text: Regina Bukowski

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